IW-Chef Hüther zerpflückt SPD-Pläne zur Erbschaftsteuer als „Standortrisiko“
Eva-Maria TrübIW-Chef Hüther zerpflückt SPD-Pläne zur Erbschaftsteuer als „Standortrisiko“
Michael Hüther, Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW), hat die Pläne der SPD zur Erhöhung der Erbschaftsteuer auf große Vermögen scharf kritisiert. Die vorgeschlagenen Änderungen sehen höhere Steuersätze und weniger Freibeträge vor – Maßnahmen, die Hüther zufolge die Attraktivität Deutschlands als Wirtschaftsstandort schwächen würden. Seine Warnungen kommen zu einem Zeitpunkt, an dem die Regierung zunehmend unter Druck gerät, das Steuersystem grundlegend zu reformieren.
Hüther bezeichnete die Erbschaftsteuer-Reform der SPD als direkte Bedrohung für die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft. Laut den Plänen soll der steuerfreie Freibetrag für Unternehmensnachfolger auf fünf Millionen Euro sinken – ein Wert, der seiner Meinung nach noch mehr Unternehmen und Arbeitsplätze ins Ausland treiben könnte. Er betonte, dass ein solcher Schritt den bestehenden Trend der Abwanderung von Betrieben weiter verschärfen würde.
Statt gezielter Steuersenkungen, wie etwa bei der Stromsteuer, plädiert Hüther für eine breite steuerliche Entlastung. Zudem forderte er die Regierung auf, die Unternehmenssteuern noch vor 2028 zu senken und den Solidaritätszuschlag abzuschaffen. Diese Maßnahmen würden seiner Ansicht nach eine wirksamere Unterstützung für die Wirtschaft darstellen. Trotz seiner Bedenken hinsichtlich der Steuerpolitik zeigt sich Hüther vorsichtig optimistisch für die deutsche Konjunktur: Er prognostiziert ein Wachstum von einem Prozent in diesem Jahr, warnt jedoch, dass falsche steuerpolitische Weichenstellungen diesen Fortschritt zunichtemachen könnten.
Die Erbschaftsteuer-Pläne der SPD stoßen auf massive Kritik, da sie Unternehmen vertreiben könnten. Hüthers Alternativvorschläge zielen auf umfassende Steuersenkungen und eine Reduzierung der Unternehmensbesteuerung ab, um das wirtschaftliche Umfeld in Deutschland zu stärken. Die Debatte über diese Reformen wird voraussichtlich die wirtschaftspolitischen Diskussionen in den kommenden Monaten prägen.