07 May 2026, 18:18

IW fordert EU-Handelsabkommen mit Golfstaaten für Stahl und Wasserstoff

Liniengraph, der die US-Öl/Petroleum-Produktion, -Importe und -Exporte im Zeitverlauf zeigt, mit begleitendem erklärendem Text.

IW fordert EU-Handelsabkommen mit Golfstaaten für Stahl und Wasserstoff

Das Deutsche Wirtschaftsinstitut (IW) drängt auf engere Handelsbeziehungen zwischen der EU und den Golfstaaten. Ein neuer Bericht unterstreicht die potenziellen Vorteile eines Handelsabkommens, darunter den Zugang zu kohlenstoffarmem Stahl und günstigeren Wasserstoffimporten. Der Vorstoß erfolgt vor dem Hintergrund, dass der EU-Anteil an den Einfuhren der Golfregion in den letzten zwei Jahrzehnten kontinuierlich gesunken ist.

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Laut IW würde ein formelles Handelsabkommen der EU helfen, sich wichtige Rohstoffe aus dem Golf zu sichern. Zu den möglichen Importgütern zählen kohlenstoffarmer Stahl und preislich attraktiver Wasserstoff – beides entscheidend für die europäische Energiewende. Die Golfstaaten ihrerseits planen in den kommenden Jahren massive Investitionen in die Modernisierung und Instandsetzung ihrer Energieinfrastruktur.

Deutsche Unternehmen exportieren bereits Fahrzeuge, Pharmaprodukte und Maschinen in die Region. Besonders für Maschinen- und Anlagenbauer könnten sich neue Chancen eröffnen, da die Golfstaaten ihre Energiesysteme modernisieren. Doch der Einfluss der EU in der Region hat nachgelassen: Ihr Anteil an den Importen der Golfstaaten sank von 26 Prozent im Jahr 2004 auf nur noch 18 Prozent 2024.

Die Empfehlung des IW folgt wachsenden Sorgen über die wirtschaftlichen Verbindungen Europas mit der Region. Zwar unterhält Deutschland nach wie vor starke Exportbeziehungen, doch das allgemeine EU-Engagement hinkt hinterher. Ein Handelsabkommen, so der Bericht, könnte diesen Trend umkehren und beiden Seiten langfristige Vorteile bringen.

Ein solches Abkommen würde der EU nicht nur besseren Zugang zu essenziellen Rohstoffen und Energiequellen verschaffen, sondern auch deutschen Maschinenbauern neue Absatzmärkte eröffnen – insbesondere während der Aufrüstung der regionalen Infrastruktur. Ohne Gegenmaßnahmen riskiert die EU, in einem Markt, den sie einst dominierte, weiter an Boden zu verlieren.

Quelle