19 April 2026, 20:19

Joe Lycett wird zu Hugo Boss – ein Protest mit System und Satire

Plakat, das eine Humoristen-Salon-Veranstaltung in Paris, Frankreich, ankündigt, mit Text, der seine Angebote beschreibt.

Joe Lycett wird zu Hugo Boss – ein Protest mit System und Satire

Der Komiker Joe Lycett hat seinen Namen offiziell in Hugo Boss ändern lassen – als Protest gegen die Luxusmodemarke. Der Schritt folgt auf Abmahnungen des Unternehmens an kleine Betriebe und gemeinnützige Organisationen, die das Wort "BOSS" in ihren Namen verwendeten. Lycett plant, in seiner Verbrauchersendung Got Your Back ein neues Produkt unter seinem neuen Namen vorzustellen.

Das Modeunternehmen Hugo Boss wurde 1924 gegründet und betreibt heute weltweit über 439 Filialen. Doch seine Geschichte ist belastet: Während des Zweiten Weltkriegs produzierte das Unternehmen Uniformen für die SS, und der Gründer Hugo Ferdinand Boss war langjähriges NSDAP-Mitglied sowie Unterstützer Adolf Hitlers. 2011 entschuldigte sich die Marke öffentlich für die Zwangsarbeit in einer ihrer Fabriken während der NS-Zeit.

Lycett betont, dass er – anders als der ursprüngliche Hugo Boss – keine historischen Verbindungen zur Produktion von Nazi-Uniformen habe. Seine Namensänderung ist eine direkte Reaktion auf die aggressive juristische Vorgehensweise des Unternehmens. Kleine Betriebe wie die Brauerei Boss Brewing in Swansea sahen sich nach rechtlichen Drohungen zu kostspieligen Umfirmierungen gezwungen. Selbst die gemeinnützige Initiative DarkGirlBoss wurde angegriffen, als sie versuchte, ihren Namen schützen zu lassen.

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In seiner Sendung wird Lycett nun ein neues Produkt unter dem Namen Hugo Boss präsentieren. Mit dieser Aktion rückt er sowohl die dunkle Vergangenheit der Marke als auch ihre aktuellen juristischen Auseinandersetzungen mit kleineren Organisationen in den Fokus.

Die Namensänderung und die geplante Produktvorstellung lenken die Aufmerksamkeit auf die umstrittene Geschichte und die aktuellen juristischen Methoden von Hugo Boss. Betroffene kleine Unternehmen und gemeinnützige Initiativen erhalten mit Lycett einen prominenten Fürsprecher. Sein Protest wird in Got Your Back fortgesetzt, wo er die Vorgehensweise des Unternehmens bei der Durchsetzung seiner Markenrechte hinterfragen wird.

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