31 December 2025, 22:47

Jörg Wagners Abschied markiert das Ende einer Ära beim RBB-Fernsehprogramm

Eine Konferenzszene mit Sitzenden, die einer Diskussion auf der Bühne zuhören, im Hintergrund eine große Wand und ein Banner.

Jörg Wagners Abschied markiert das Ende einer Ära beim RBB-Fernsehprogramm

Der Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB) treibt seine Sparmaßnahmen weiter voran: Die Zahl der Folgen des langjährigen Fernsehprogramms wird reduziert, zudem wechselt das Format zu einer vorproduzierten Sendung. Die Änderungen gehen einher mit der verordneten Altersgrenze für ältere Mitarbeiter – darunter auch der langjährige Moderator Jörg Wagner. Mit 66 Jahren verlässt Wagner radioeins – allerdings nicht ohne einen letzten Akt des Widerstands.

Wagners Karriere im Radio begann bei DT64, dem Jugendradio der DDR, bevor er zu einer festen Größe bei radioeins wurde. Jahre lang moderierte er das Fernsehprogramm, eine Sendung, die für ihre scharfe Medienkritik bekannt war. Doch unter der Intendantin Ulrike Demmer hat die RBB-Führung in den letzten Monaten die Zügel angezogen. Selbst Wagners Podcast, einst fest mit der Sendung verbunden, unterliegt nun einer redaktionellen Freigabepflicht.

Seine Abschiedsfolge fand in der Dachlounge des RBB statt – ein ungewöhnlicher Ort, den nicht Demmer persönlich, sondern die Medienabteilung organisiert hatte. Die Veranstaltung war geprägt von Wagners markantem schwarzem Humor, der laut Berichten die Rundfunkspritzen verärgert haben soll. Ihre Geduld mit ihm war ohnehin aufgebraucht, als er das Haus verließ. Doch Wagner geht nicht leise. Noch am selben Tag, an dem das Fernsehprogramm seine letzte Live-Ausgabe sendet, starten er und sein Co-Moderator Philipp Nitzsche mit Medienhölle einen neuen Podcast. Das Projekt führt ihre Zusammenarbeit zu Medienthemen fort – diesmal ohne die Aufsicht des RBB.

Wagners Abschied steht nicht allein. Auch andere langjährige radioeins-Moderatoren wurden aufgrund des Alters aus dem Programm genommen – Teil einer größeren Strategie des RBB, Kosten zu senken und das Programm zu verjüngen.

Das Ende des Fernsehprogramms in seiner bisherigen Form hinterlässt eine Lücke bei radioeins, während Wagners neuer Podcast einen Wechsel in die unabhängige Medienarbeit markiert. Die Sparpolitik und die Altersregelung des RBB haben das Programm verändert – und einige seiner bekanntesten Stimmen aus dem Haus gedrängt.