20 March 2026, 16:21

Junge Menschen verlieren das Vertrauen in die Demokratie – was steckt dahinter?

Ein Plakat mit der Aufschrift "Mangelnde Bildung: Der Kreislauf" mit chaotischen Bildern von verschiedenen Menschen und fetter schwarzer Schrift, das die Auswirkungen von schlechter Bildung zeigt.

Junge Menschen verlieren das Vertrauen in die Demokratie – was steckt dahinter?

Eine neue Studie aus Nordrhein-Westfalen offenbart eine wachsende Unzufriedenheit mit der Demokratie unter jungen Menschen. Nur noch 47 Prozent der 14- bis 18-Jährigen zeigen sich zufrieden mit der Funktionsweise der Demokratie. Gleichzeitig steigt die Zustimmung zu undemokratischen Vorstellungen – fast die Hälfte befürwortet die Idee einer einzigen dominierenden Partei.

Die Umfrage von 2025 zeigt eine deutliche Veränderung der Einstellungen seit 2021. Der Anteil der "labilen Demokraten" – also jener mit unsicherer Bindung an die Demokratie – ist um fünf Prozentpunkte auf 28 Prozent gestiegen. Weitere 8 Prozent ordnen sich mittlerweile der Gruppe der "Demokratiegegner" zu, während nur noch 44 Prozent klar demokratiebejahend eingestellt sind.

Das Vertrauen in zentrale Institutionen hat nachgelassen, besonders in den jüngeren Altersgruppen. Bei den 19- bis 29-Jährigen unterstützen nur noch 83 Prozent die Demokratie – ein spürbarer Rückgang. Die Studie belegt zudem, dass Menschen, die mit ihrem Privatleben zufrieden sind, tendenziell demokratie- und gesellschaftsfreundlicher eingestellt sind.

Schulen spielen eine zentrale Rolle bei der politischen Bewusstseinsbildung: 73 Prozent der Jugendlichen geben an, im Unterricht etwas über Demokratie zu lernen. Doch nur 57 Prozent fühlen sich sicher, politische Informationen selbstständig zu recherchieren. Eine deutliche Mehrheit von 76 Prozent wünscht sich mehr politische Themen im Lehrplan, wobei der Zugang je nach Bildungsstand variiert.

Bundesbildungsministerin Karin Prien zeigt sich besorgt über die Online-Konfrontation mit Frauenfeindlichkeit, Gewalt und Extremismus. Der Bericht deutet darauf hin, dass eine bessere politische Bildung helfen könnte, digitale Radikalisierung einzudämmen und demokratische Werte zu stärken.

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Die Ergebnisse verdeutlichen eine wachsende Spaltung in der demokratischen Haltung, insbesondere unter jüngeren Generationen. Zwar bleiben Schulen eine wichtige Quelle politischer Bildung, doch viele Schülerinnen und Schüler fühlen sich nicht ausreichend vorbereitet, um sich eigenständig einzubringen. Die Politik steht nun vor der Herausforderung, dem schwindenden Vertrauen entgegenzuwirken und demokratische Prinzipien in einer zunehmend digitalisierten Welt zu festigen.

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