07 January 2026, 20:39

„Katzen!“ im MARKK: Wie Samtpfoten Kunst, Kultur und Klischees prägen

Ein Plakat mit Text und Bildern von Katzen.

„Katzen!“ im MARKK: Wie Samtpfoten Kunst, Kultur und Klischees prägen

Eine neue Ausstellung im Hamburger Museum am Rothenbaum – Kulturen und Künste der Welt (MARKK) rückt Katzen in den Fokus. Unter dem Titel Katzen! (Cats!) erkundet die Schau die lange und vielschichtige Beziehung zwischen Mensch und Katze – vom Haustier bis zum wilden Raubtier. Besucher:innen können fünf zentrale Themen entdecken, interaktive Installationen erleben und sogar eigene Katzenfotos neben historischen Exponaten präsentiert sehen.

Die Idee zu Katzen! stammte von Barbara Plankensteiner, der Direktorin des Museums, die beobachtete, wie allgegenwärtig Katzen in Medien, Kunst und sozialen Netzwerken sind. Gemeinsam mit den Kuratorinnen Dr. Lotte Warnsholdt, Lara Selin Ertener und Johanna Wild entwickelte sie die Ausstellung. Ihr Ansatz geht über niedliche Kätzchen hinaus: Indem sie das deutsche Wort Katze nutzen – das sowohl Hauskatzen als auch Großkatzen umfasst –, betonen sie auch die Kraft und Gefahr wild lebender Feliden.

Die Ausstellung gliedert die Mensch-Katze-Beziehung in fünf Themen: niedlich, verehrt, nützlich, mächtig und unabhängig. Besonders die japanische Kultur prägt den Bereich niedlich, wo Maneki-Neko-Figuren und Kawaii-Motive im Mittelpunkt stehen. An anderer Stelle hinterfragt die Schau überkommene Klischees wie das der „katzenliebenden, kinderlosen Frau“ und feiert stattdessen die Unabhängigkeit und Stärke, die Frauen oft abgesprochen, Katzen aber zugeschrieben wird. Ergänzt wird die Ausstellung durch einen Podcast der Stiftung für Zukunftsfragen, der untersucht, wie Haustiere die Gesellschaft prägen. Der Begleitkatalog wirft zudem eine ethische Frage auf: Der Umgang mit Katzen – Wesen, die sich einer rein zweckhaften Rolle entziehen – könnte eine Probe auf unsere Menschlichkeit sein.

Interaktive Elemente laden die Besucher:innen ein, eigene Katzenbilder einzureichen und so persönliche Geschichten mit globaler Geschichte zu verweben. Statt mit lauten Thesen zu provozieren, bietet die Ausstellung leise Erkenntnisse. Wer tiefer graben möchte, findet sie – in ägyptischen Katzenmumien ebenso wie in modernen Internet-Memes.

Katzen! vereint im MARKK wissenschaftliche Forschung mit spielerischer Vermittlung. Die Schau verbindet wilde Raubtiere, Internetkultur und Jahrhunderte alte Kunst – und lässt dabei die Besucher:innen eigene Bezüge zu Katzen einbringen. Katalog und Podcast erweitern die Debatte und stellen Katzen als Spiegel und Lehrmeister der menschlichen Gesellschaft dar.