07 June 2026, 04:16

KI-Beauftragte an Schulen: Kann das die digitale Bildung retten?

Kein AI-Tool in Sicht - Ministerium bietet Lehrern 'Selbstlernkurs'

KI-Beauftragte an Schulen: Kann das die digitale Bildung retten?

Schulen und Kitas in Deutschland stehen vor wachsenden Herausforderungen bei der Berufsausbildung und künstlichen Intelligenz

Während die Zahl des qualifizierten Personals in der frühen Bildung weiter sinkt, wird hitzig darüber diskutiert, wie künstliche Intelligenz (KI) in den Unterricht integriert werden kann. Ein neuer Vorschlag sieht vor, in jeder Schule KI-Beauftragte einzuführen, die Lehrkräfte, Schülerinnen und Schüler sowie Eltern durch die Risiken und Chancen der Technologie begleiten sollen.

Die Veränderungen kommen zu einer Zeit, in der sich sowohl Schüler als auch Lehrkräfte unvorbereitet auf moderne Anforderungen fühlen – die Rufe nach Reformen im Bildungssektor werden immer lauter. Aktuelle Zahlen zeigen einen bundesweiten Rückgang der Ausbildungsquoten für Erzieherinnen und Erzieher in Kitas. Besonders Bayern verzeichnet die niedrigsten Werte, was Bedenken hinsichtlich der Qualität der frühkindlichen Bildung aufkommen lässt. Gleichzeitig klagen Lehramtsstudierende, dass ihr Studium zu theorielastig sei und sie schlecht auf die praktischen Herausforderungen im Klassenzimmer vorbereite.

Ein neuer Ansatz zielt darauf ab, eine weitere Lücke zu schließen: den Mangel an KI-Expertise an Schulen. Der Plan sieht vor, an jeder Bildungseinrichtung eine KI-Beauftragte oder einen KI-Beauftragten – möglicherweise als Beamtenstelle – zu etablieren. Zu den Aufgaben gehörten die Konzeption interner Schulungen, die Unterstützung von Lehrkräften bei der Einbindung von KI in den Unterricht sowie die Organisation von Informationsveranstaltungen für Eltern. Zudem sollten neue Prüfungsformate erprobt und die Einhaltung des Datenschutzes sichergestellt werden.

Das Ministerium möchte, dass Lehrkräfte KI so gut verstehen, dass sie die Technologie verantwortungsvoll mit Schülerinnen und Schülern einsetzen können. Doch der Vorschlag stößt auf Kritik – insbesondere an der Idee, dass Lehrkräfte in ihrer Freizeit einen KI-Selbstlernkurs absolvieren sollen, ohne dafür ein offizielles Zertifikat zu erhalten. Einige Pädagoginnen und Pädagogen zeigen sich zudem unwillig, für externe KI-Tools zu zahlen, selbst wenn diese den freiwilligen Einsatz großer Sprachmodelle im Unterricht ermöglichen würden.

Unterdessen fordert der Bundeselternrat umfassendere Reformen und ein Ende veralteter Schulstrukturen. Die Forderungen spiegeln eine breitere Unzufriedenheit mit einem System wider, das kaum mit den technologischen und bildungspolitischen Anforderungen Schritt hält.

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Die Debatte um KI an Schulen offenbart tiefgreifendere Probleme im deutschen Bildungssystem: Kitas leiden unter Personalmangel, während Lehrkräfte und Schüler mit veralteten Ausbildungsmethoden kämpfen. Sollte die Position der KI-Beauftragten eingeführt werden, könnte dies die digitale Kompetenz an Schulen vereinheitlichen – vorausgesetzt, Bedenken hinsichtlich Arbeitsbelastung, Kosten und Datenschutz werden ausgeräumt.

Bisher bleiben die Vorschläge jedoch in der Diskussion, ein konkreter Zeitplan für die Umsetzung steht noch aus.

Quelle