KiBiz-Reform 2027: Mehr Betreuungsqualität, aber Streit um Kernzeitmodell und Finanzierung
Swantje WeinhageKiBiz-Reform 2027: Mehr Betreuungsqualität, aber Streit um Kernzeitmodell und Finanzierung
Nach monatelangen Verhandlungen hat sich heute ein neues Kinderbildungsgesetz (KiBiz) konkretisiert: Familienministerin Josefine Paul und Vertreter von Kommunen, Kirchen und Wohlfahrtsverbänden einigten sich auf die zentralen Reformpunkte. Ziel der Änderungen ist es, die Betreuungszuverlässigkeit in Kitas zu verbessern und bürokratische Hürden im Land abzubauen.
Kernstück der Vereinbarung ist das sogenannte Kernzeitmodell für Kindertageseinrichtungen. Demnach erhalten Kinder künftig mindestens fünf Stunden täglich Betreuung durch qualifiziertes Fachpersonal. Außerhalb dieser festen Zeiten können auch andere Kräfte die Gruppen begleiten. Zudem sind in bestimmten Fällen größere Gruppengößen vorgesehen.
Für die Umsetzung stellt das Land im kommenden Jahr zusätzliche 200 Millionen Euro bereit. Weitere 50 Millionen Euro fließen jährlich in die Einstellung neuen Personals. Trotz dieser Zusagen kritisieren die Kommunen, dass die Mittel nicht ausreichen.
Auch von Eltern und Gewerkschaften gibt es Widerstand – vor allem gegen das Kernzeitmodell. Ministerin Paul verteidigte den Kompromiss als „wichtigen Schritt nach vorn“ und sprach von einem „bedeutenden Fortschrittssignal“. Noch in diesem Jahr soll der Gesetzentwurf finalisiert werden; die parlamentarische Abstimmung ist für 2025 geplant. Bei Annahme tritt das Gesetz im August 2027 in Kraft.
Die Reform sieht zudem eine neue Finanzierungsstruktur und Personalregelungen für Kita-Träger vor. Mit jährlich 250 Millionen Euro zusätzlicher Förderung will das Land die finanzielle Belastung der Einrichtungen verringern und die Betreuungsqualität erhöhen. Doch bevor das Gesetz 2027 in Kraft treten kann, stehen noch intensive Debatten an.
