08 February 2026, 10:36

Kölner Geisterparade feiert 35 Jahre mit Protest gegen Wohnungsnot und Karnevalszauber

Eine Gruppe von Menschen, die auf einer Straße neben einem Lastwagen mit bunten Luftballons gehen, mit Schildern an der Straße und Bäumen und Gebäuden im Hintergrund, was auf eine Pride-Parade in Paris hindeutet.

Kölner Geisterparade feiert 35 Jahre mit Protest gegen Wohnungsnot und Karnevalszauber

Kölner Geisterparade feiert 35. Jubiläum mit Protest und Karnevalsflair Mit einer bunten Mischung aus Protest und Feier hat die Kölner Geisterparade ihr 35-jähriges Bestehen begangen. Tausende zogen unter dem diesjährigen Motto durch die Straßen, das die anhaltende Wohnungsnot in der Stadt thematisiert. Die Veranstaltung, bekannt für ihre Verbindung von Karnevalsstimmung und politischem Aktivismus, steht allen offen, die sich für eine Sache einsetzen.

Die Parade startete 1991 als Demonstration gegen den Golfkrieg, initiiert von Erich Hermans. Zwei Jahre später gründete er gemeinsam mit anderen den Verein Ähzebär un Ko e.V., der bis heute die Organisation übernimmt. In diesem Jahr führte Hermans den Umzug als Ähzebär an – bekleidet mit einem selbstgebastelten Instrument namens Rummelpot.

Die Teilnehmer verwandelten die Straßen in ein farbenfrohes Spektakel: Aufwendige Kostüme und Plakate bezogen sich auf die Wohnungsproblematik. Manche trugen Häuser als Kopfbedeckung, andere schwenkten einen riesigen "Miethai" (Mietkuchen) oder Schilder mit Aufschriften wie "Mieterhöhung" und "Kauf doch—Loll". Dazu gesellten sich meterhohe Fabelwesen, darunter ein durchsichtiger Oktopus aus Plastikflaschen und mythische "Schnappviecher".

Der Zug endete am Odonien, einem Kölner Kulturzentrum. Dort versammelten sich die Besucher um abstrakte Kunstinstallationen, wirbelnden Nebel und Feuertonnen. Die Live-Musik der Kapelle 3 hielt die Stimmung aufrecht, während aus dem Protest allmählich ein Fest wurde.

Seit 35 Jahren entwickelt sich die Geisterparade weiter, bleibt aber ihren Wurzeln treu: ein Protest mit karnevalistischem Geist. Das diesjährige Schwerpunktthema Wohnen verband kreative Kostüme, politische Botschaften und einen lebendigen Abschluss. Die Veranstaltung bleibt eine Plattform für Aktivismus – eingehüllt in die Farben und den Lärm der Kölner Karnevalstradition.