10 February 2026, 08:31

Kölner Rosenmontagszug hält an Pferdetradition fest – trotz wachsender Tierschutzproteste

Ein Gemälde, das einen Karnevalsumzug mit Menschen in bunten Kostümen zeigt, die auf Pferden vor einem geschmückten Wagen reiten, vor einem Hintergrund aus Bäumen und einem klaren blauen Himmel.

Pferde beim Rosenmontagsumzug in Köln? Ein Pro und Contra - Kölner Rosenmontagszug hält an Pferdetradition fest – trotz wachsender Tierschutzproteste

Pferde bleiben fester Bestandteil des Kölner Rosenmontagszugs – trotz wachsender Kritik von Tierschützern

Trotz zunehmender Vorbehalte von Tierschutzorganisationen sind Pferde auch in diesem Jahr wieder ein zentrales Element des Kölner Rosenmontagszugs. Rund 230 Tiere sollen 2024 mitwirken, obwohl Bedenken hinsichtlich ihres Stresses und ihrer Sicherheit weiterhin bestehen. Die Debatte hat an Schärfe gewonnen, nachdem Städte wie Bonn Pferde aus ihren eigenen Karnevalsumzügen verbannt haben.

Die Tradition, Pferde im Kölner Zug einzusetzen, reicht Jahrzehnte zurück. Tierschutzverbände wie PETA und der Deutsche Tierschutzbund kritisieren jedoch, dass die Tiere unnötig leiden. Laute Musik, jubelnde Menschenmassen und durch die Luft fliegende Süßigkeiten schaffen ein chaotisches Umfeld, das die Tiere sichtbar belastet.

2018 kam es zu einem schweren Vorfall, als Kutschpferde plötzlich durchgingen und mehrere Personen verletzten. Daraufhin wurde ein Verbot für Pferde erlassen, die neben Musikgruppen herlaufen. Seither hat das Festkomitee strengere Regeln eingeführt, darunter Lärmgrenzen und maximale Einsatzzeiten. Weitere Schutzmaßnahmen umfassen nun festgelegte Abholpunkte, vor Ort anwesende Tierärzte und geschultes Personal.

Trotz dieser Vorkehrungen hält die Kritik an. Der Karnevalskünstler Jacques Tilly bezeichnete den Einsatz von Pferden als überholt für die heutige Zeit. Bonn war die erste deutsche Stadt, die Pferde aus ihrem Umzug verbannte – eine Entscheidung, die gemischte Reaktionen auslöste: Einige Bürger zeigten sich enttäuscht, andere begrüßten den Schritt aus Sicherheitsgründen. Bisher ist keine weitere Stadt diesem Beispiel gefolgt.

Der Kölner Rosenmontagszug wird in diesem Jahr also wieder mit Pferden stattfinden, wenn auch unter verschärften Auflagen. Das Festkomitee betont, dass die aktuellen Richtlinien die Tiere schützen, doch Kritiker bestehen darauf, dass die Risiken weiterhin zu hoch sind. Vorerst hält die Tradition stand – doch die Forderungen nach einem vollständigen Verbot werden lauter.