Krankenhausgewalt: Können Bodycams die Sicherheit von Gesundheitspersonal verbessern?
Ladislaus DowergKrankenhausgewalt: Können Bodycams die Sicherheit von Gesundheitspersonal verbessern?
Gewalt in Krankenhäusern: Können Bodycams das Pflegepersonal schützen?
Teaser: Angriffe auf Krankenhausmitarbeiter nehmen zu. NRW-Kliniken testen Bodycams als Schutzmaßnahme. Was sie bringen – und wo die Grenzen liegen.
19. Dezember 2025, 18:36 Uhr
In nordrhein-westfälischen Krankenhäusern haben gewalttätige Vorfälle seit 2017 um über 34 Prozent zugenommen. Allein 2024 wurden 1.705 Fälle registriert – eine alarmierende Entwicklung, die die Sicherheit des Personals gefährdet. Das Dortmunder Krankenhaus erprobt nun einen neuen Ansatz, um das Problem einzudämmen: Bodycams für Mitarbeiter.
Das Pilotprojekt, das 2026 starten soll, wird von Dr. Peter Tusch geleitet. Die Kameras werden von den Beschäftigten getragen, schalten sich jedoch nur in kritischen Situationen ein. Während medizinischer Behandlungen oder privater Gespräche bleiben sie ausgeschaltet, um die Vertraulichkeit der Patienten zu wahren.
Bisher setzen Krankenhäuser auf Sicherheitskräfte und Schulungen, um aggressives Verhalten zu bewältigen. Dennoch steigt die Zahl der Übergriffe weiter an. Der Einsatz von Bodycams in sensiblen Bereichen bleibt aufgrund strenger Datenschutz- und Privatsphärebestimmungen schwierig. Selbst wenn sie eingeführt werden, wären die Kameras nur ein Baustein einer umfassenderen Sicherheitsstrategie. Notaufnahmen bleiben weiterhin auf geschultes Personal und bestehende Schutzmaßnahmen angewiesen, um Bedrohungen abzuwehren.
Ziel des Dortmunder Modellversuchs ist es, Angriffe auf medizinisches Personal zu verringern. Die Kameras werden unter strengen Auflagen betrieben, um Sicherheit und Privatsphäre in Einklang zu bringen. Bei Erfolg könnte das Projekt die Sicherheitsrichtlinien weiterer Kliniken in der Region prägen.