17 January 2026, 13:57

Kunstakademie Düsseldorf hält an umstrittener Veranstaltung trotz Antisemitismus-Vorwürfen fest

Ein Plakat mit einer Stadtansicht in Palästina, mit Text und Bildern von Gebäuden, Menschen, Tieren, Bäumen, Hügeln und einem Himmel.

Palästinensischer Künstler tritt nicht an der Akademie auf - Kunstakademie Düsseldorf hält an umstrittener Veranstaltung trotz Antisemitismus-Vorwürfen fest

Geplante Veranstaltung an der Kunstakademie Düsseldorf löst Streit aus, nachdem jüdische Organisationen Absetzung fordern

Eine geplante Veranstaltung an der Kunstakademie Düsseldorf hat für Kontroversen gesorgt, nachdem jüdische Organisationen deren Absage gefordert hatten. Im Mittelpunkt steht die palästinensische Künstlerin Basma al-Sharif, deren Beiträge in sozialen Medien Vorwürfe auf sich gezogen haben, sie verherrliche Terrorismus und verbreite antisemitische Inhalte. Die Akademie hält trotz der Kritik an ihrem Programm fest und berief sich dabei auf die künstlerische Freiheit als grundlegendes Prinzip.

Auslöser der Debatte war ein Aufruf jüdischer Gruppen, darunter das Netzwerk jüdischer Akademiker:innen in Deutschland, Österreich und der Schweiz sowie die Jüdische Gemeinde Düsseldorf, die Veranstaltung abzusagen. Sie werfen al-Sharif vor, in ihren Online-Posts Gewalt zu verherrlichen und Israel mit antisemitischer Rhetorik anzugreifen.

Die Akademie lehnte die Forderung nach einer Absage ab. In einer Stellungnahme betonten die Verantwortlichen, dass Antisemitismus, die Verherrlichung von Terrorismus und die Infragestellung des Existenzrechts Israels an der Institution keinen Platz hätten. Gleichzeitig sei die künstlerische Freiheit auf einen offenen Diskurs angewiesen. Die Veranstaltung werde nun mit zusätzlichem Kontext stattfinden und von Studierenden moderiert, die an der Organisation beteiligt sind. Im Vorfeld gab es Gespräche zwischen der Akademie und den veranstaltenden Studierenden, um klare Rahmenbedingungen festzulegen. Ziel sei es, die Diskussion im akademischen und ethischen Rahmen zu halten, dabei aber Raum für eine Auseinandersetzung mit dem Werk der Künstlerin zu lassen.

Die Veranstaltung findet unter geänderten Bedingungen statt – mit einer von Studierenden geleiteten Moderation und einer erweiterten Einordnung. Die Haltung der Akademie spiegelt die Spannung wider zwischen dem Schutz der Meinungsfreiheit und der Notwendigkeit, sich mit Hassrede auseinanderzusetzen. Die jüdischen Gruppen bleiben bei ihrer Ablehnung und argumentieren, dass bestimmte Formen der Äußerung keine Plattform erhalten dürften.