02 May 2026, 04:19

Lebensgefahr als Beruf: Wie NRWs Bombenentschärfer mit Sprengstoff umgehen

Zwei Männer in Schutzausrüstung inspizieren eine große, spitz zulaufende zylindrische Rakete, die einer Atombombe ähnelt, auf einem Flugzeugträger.

Lebensgefahr als Beruf: Wie NRWs Bombenentschärfer mit Sprengstoff umgehen

In Nordrhein-Westfalen übernehmen zwei spezialisierte Teams die gefährliche Aufgabe der Bombenentschärfung. Das Landeskriminalamt (LKA) und der Kampfmittelbeseitigungsdienst (KBD) sind ganzjährig damit beschäftigt, Kriegsmunition und andere Sprengkörper zu bergen. Ihre Einsätze reichen von Notruf-Alarmierungen bis zu geplanten Räumungen vor Baumaßnahmen.

Der KBD konzentriert sich vor allem auf präventive Räumungen und bearbeitet jährlich über 35.500 Anfragen. Allein 2024 beseitigte das Team 7.266 Sprengkörper, darunter 1.606 Bomben und 2.496 Granaten. Ihre Arbeit sichert Bauvorhaben und Infrastrukturprojekte ab, bevor diese beginnen.

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Die 15-köpfige Einheit des LKA, zu der erfahrene Experten wie Andreas Otte gehören, wird jährlich zu rund 800 Einsätzen gerufen. Etwa 300 davon betreffen Bombenentschärfungen in Nordrhein-Westfalen und anderen Bundesländern. Otte, ein USBV-Sprengmeister (Unkonventionelle Spreng- und Brandvorrichtungen), betont, wie entscheidend Präzision und Konzentration sind – und warnt vor Leichtsinn in diesem hochriskanten Beruf.

Bei Einsätzen trägt Otte einen 40 Kilogramm schweren Schutzanzug aus Kevlar mit Keramikplatten. Die über 60.000 Euro teure Ausrüstung benötigt 15 Minuten zum Anlegen und umfasst einen verstärkten Helm. Meist setzt das LKA-Team ferngesteuerte Roboter ein; direkte Eingriffe bleiben absoluten Ausnahmefällen vorbehalten.

Beide Teams arbeiten unter extremen Risiken, doch mit unterschiedlichen Schwerpunkten: Während der KBD geplante Räumungen durchführt, kümmert sich das LKA um akute Bedrohungen. Trotz der verschiedenen Ansätze ist ihre Arbeit gleichermaßen entscheidend für die öffentliche Sicherheit.

Jährlich entschärfen KBD und LKA Tausende Sprengkörper – und verhindern so Unfälle auf Baustellen oder durch blindgänger aus Kriegszeiten. Dank spezialisierter Ausbildung und modernster Technik werden die Einsätze mit höchster Sicherheit und Fachkompetenz durchgeführt.

Quelle