LED-Kerzen verdrängen klassische Grablichter – warum Wachs aus der Mode kommt
Ehrentraud ZirmeWeniger Grablichter, mehr LED - Welche Kerzen sind gefragt - LED-Kerzen verdrängen klassische Grablichter – warum Wachs aus der Mode kommt
Der Markt für Grablichter verändert sich, da LED-Alternativen immer beliebter werden und klassische Wachskerzen an Boden verlieren. Der Absatz traditioneller Grabkerzen aus Wachs ist rückläufig, während die Nachfrage nach LED-Varianten – besonders in den dunklen Monaten – steigt. Gleichzeitig hat die industrielle Kerzenproduktion in Nordrhein-Westfalen ihren tiefsten Stand seit zwei Jahrzehnten erreicht.
Händler wie Bauhaus und dm verzeichnen seit einigen Monaten einen leichten Rückgang bei den Grablicht-Verkäufen. Ein Grund für diesen Trend sind sich wandelnde Bestattungskulturen, wie Toom Baumarkt feststellt: Da Feuerbestattungen immer häufiger werden, sinkt der Bedarf an langfristiger Grabgestaltung – viele Käufer greifen stattdessen zu länger haltbaren Alternativen.
LED-Kerzen sind für viele inzwischen die bevorzugte Wahl, vor allem wegen ihrer Langlebigkeit. Eine Kölner Gärtnerei betont ihre Beliebtheit im Winter, da sie seltener ausgetauscht werden müssen. Allerdings bremsen die Kosten für Batterien noch eine flächendeckende Verbreitung.
Gleichzeitig füllen Importe – vor allem aus Osteuropa und Nicht-EU-Ländern – die Lücke, die die schrumpfende heimische Produktion hinterlässt. Bauhaus bestätigt, dass Kerzen aus dem Ausland einen wachsenden Marktanteil einnehmen.
Auch bei den Farbtrends gibt es Veränderungen. Rot bleibt zwar die dominierende Farbe für Feiertagskerzen (über 60 % des Bauhaus-Umsatzes), doch sanftere Töne gewinnen an Bedeutung. Globus verzeichnet in diesem Weihnachtsgeschäft eine Nachfrage nach Beige-, Grau- und Pastelltönen, während Hagebau Interesse an Salbeigrün und Antikrosa beobachtet.
Der Rückgang bei klassischen Kerzen spiegelt tiefgreifendere Veränderungen in den Verbrauchergewohnheiten und Bestattungspraktiken wider. LED-Alternativen erweitern weiterhin ihren Marktanteil, doch die Batteriekosten bleiben eine Hürde. Angesichts steigender Importe und sinkender lokaler Produktion passt sich die Branche an neue Vorlieben und wirtschaftliche Zwänge an.