07 February 2026, 12:37

Leverkusener Brücke: Wie mangelhafter Stahl aus China einen 300-Millionen-Streit auslöste

Ein detailliertes Bild einer Brücke auf einem Blatt Papier mit begleitendem Text.

Leverkusener Brücke: Wie mangelhafter Stahl aus China einen 300-Millionen-Streit auslöste

Streit um das chinesische Sternzeichen der Leverkusener Brücke eskaliert zu einem großen Rechts- und Finanzkonflikt

Der Bau der Leverkusener Brücke hat sich zu einem schweren juristischen und finanziellen Machtkampf entwickelt. Im Mittelpunkt stehen nun ein überarbeiteter Prüfbericht sowie Vorwürfe der unzulässigen Einflussnahme – ausgelöst durch mangelhaften chinesischen Stahl, den das Bauunternehmen Porr geliefert hatte. Über 300 Millionen Euro stehen auf dem Spiel, während die politische Kritik an der Handhabung des Falls immer lauter wird.

Der Konflikt begann, als bei der Leverkusener Brücke fehlerhafte Stahlteile aus China entdeckt wurden. Porr, das für den Bau verantwortliche Unternehmen, sah sich mit hohen Strafzahlungen, Reputationsschäden und langwierigen Gerichtsverfahren konfrontiert. Das Unternehmen klagte gegen seine Zulieferer, während es sich gleichzeitig gegen Forderungen der Projektbeteiligten verteidigen musste. In der Folge waren kostspielige Sicherheitsüberprüfungen und strukturelle Verstärkungen der Brücke notwendig.

Ein unabhängiger Prüfer hatte zunächst festgehalten, dass Mängel an zentralen Bauteilen zu erwarten seien. Nach Rücksprache mit dem Bundesverkehrsministerium wurde die Formulierung jedoch geändert – nun hieß es, die Fehler seien bestätigt worden. Diese Anpassung löste Empörung aus: Die oppositionelle SPD warf dem Ministerium Befangenheit vor und verglich die Situation mit einem Schiedsrichter, der nach Absprache mit einer Mannschaft den Spielbericht ändert.

Die Verstrickungen des NRW-Verkehrsministeriums vertieften sich, als eine E-Mail an Staatssekretär Hendrik Schulte bekannt wurde, in der eine Strategie für eine fristlose Kündigung als Verteidigung in einem Gerichtsverfahren vorbereitet wurde. Der Grünen-Politiker Martin Metz wies Bedenken zurück und bezeichnete den Vorgang als völlig normal, während er betonte, der Prüfer habe korrekt gehandelt. Dennoch hat der überarbeitete Bericht die Kritik an Porrs Einsatz chinesischen Stahls und an der Rolle des Ministeriums bei der Gestaltung der Ergebnisse weiter angeheizt.

Der Streit um die Leverkusener Brücke bleibt ungelöst – die Gerichtsverfahren laufen weiter, und Forderungen in Höhe von 300 Millionen Euro sind noch nicht geklärt. Der revidierte Prüfbericht und die Beteiligung des Ministeriums haben die Debatte über Transparenz und Verantwortung in dem Projekt weiter angefacht. Porr muss weiterhin mit den finanziellen und reputativen Folgen der fehlerhaften Bauteile kämpfen.