04 February 2026, 20:35

Machtkampf in der NRW-AfD: Vincentz steht vor innerparteilicher Revolte

Ein deutscher Propagandaplakat für die NSDAP mit zwei Männern auf einem Sofa, mit Text, der Informationen über die Partei enthält.

Machtkampf in der NRW-AfD: Vincentz steht vor innerparteilicher Revolte

In der nordrhein-westfälischen Landesverbands der AfD bahnt sich ein Führungsstreit an. Zwei Parteimitglieder, Fabian Jacobi und Christian Zaum, haben sich zusammengeschlossen, um Martin Vincentz' Position als Landesvorsitzender herauszufordern. Ihre gemeinsame Kandidatur legt tiefe Gräben in einer Regionalpartei offen, die ohnehin schon für interne Zerwürfnisse bekannt ist.

Fabian Jacobi gab seine Bewerbung vor zwei Wochen in einem Facebook-Post bekannt, der über seinen engen Kreis hinaus kaum Beachtung fand. Als langjähriges Mitglied des Landesvorstands und aktueller stellvertretender Vorsitzender bleibt er eine polarisierende Figur unter der Basis. Sein Mitkandidat Christian Zaum fungiert als AfD-Kreisvorsitzender in Siegen, steht aber selbst in der Kritik. Ihm wird vorgeworfen, neue Mitgliedschaften blockiert zu haben, um den Einfluss seiner Gruppierung zu sichern – aktuell droht ihm sogar der Parteiausschluss.

Die Herausforderung für Vincentz kommt zu einer Zeit anhaltender Kritik an seiner Führung, insbesondere an seiner Personalpolitik. Gegner werfen ihm Doppelstandards vor und verweisen auf den Fall Klaus Esser, der angeblich seinen Lebenslauf gefälscht haben soll, um eine Parteifunktion zu erhalten. Zu Vincentz' Widersachern zählen mittlerweile auch zwei seiner eigenen Stellvertreter in der Landtagsfraktion, die nun das Duo Jacobi-Zaum unterstützen.

Hinzu kommt Matthias Helferich, AfD-Bundestagsabgeordneter aus Dortmund. Der lautstarke Befürworter von 'Remigrations'-Plänen soll Rückendeckung von der Bundesvorsitzenden Alice Weidel erhalten. Doch Vincentz' Landesverband hat ein Parteiausschlussverfahren gegen Helferich eingeleitet – ein weiterer Riss zwischen regionalen und bundesweiten Parteiflügeln. Der Machtkampf spiegelt die grundsätzlichen Spannungen über die ideologische Ausrichtung der AfD wider, wobei der völkische Flügel an Einfluss gewinnen will.

Seit Jahren ist die nordrhein-westfälische AfD von internen Querelen geprägt, die sich oft um Vincentz' Entscheidungen drehen. Der aktuelle Führungsstreit zeigt, dass diese Konflikte alles andere als beigelegt sind.

Die gemeinsame Kandidatur von Jacobi und Zaum wird eine Abstimmung über Vincentz' Zukunft als Landesvorsitzender erzwingen. Ihr Wahlkampf hat bereits Unterstützung von zentralen innerparteilichen Gegnern erhalten – darunter auch von Mitgliedern, denen der Rauswurf droht. Das Ergebnis könnte die Machtverhältnisse in einem der zerrissensten AfD-Landesverbände neu ordnen.