12 February 2026, 17:00

Mainzer Revue bricht mit Tradition: Erste Frau als Protokollchefin überzeugt

Ein Plakat, das ein Festival in München ankündigt und ein Gemälde einer Frau mit menschlichem Gesicht zeigt, umgeben von anderen Menschen und Bäumen mit Text.

Frauen-Debüt bei "Mainz bleibt Mainz" - Mainzer Revue bricht mit Tradition: Erste Frau als Protokollchefin überzeugt

Die 71. Ausgabe der Mainzer Revue "Mainz bleibt Mainz, wie es singt und lacht" hat Geschichte geschrieben: Zum ersten Mal in fast 200 Jahren führte mit Christina Grom eine Frau das Amt der Protokollchefin. Mit scharfer politischer Satire nahm sie nicht nur lokale Traditionen, sondern auch internationale Persönlichkeiten wie Christina Aguilera aufs Korn. Zudem markierte die Show den 25. Auftritt von Jürgen Wiesmann in der Rolle des beliebten Karnevalscharakters Ernst Lustig.

In diesem Jahr weitete die Revue ihren Blick über die regionale Politik hinaus auf globale Themen. Während frühere Ausgaben vor allem lokale Politiker und deutsche Kanzler auf die Schippe nahmen, richtete sich die Ausgabe 2026 gegen die Regulierung von KI, das Scheitern der Klimapolitik und die Folgen der US-Wahl. Donald Trump, Bundeskanzler Friedrich Merz und Bayerns Ministerpräsident Markus Söder mussten sich allesamt satirische Spitzen gefallen lassen.

Christina Grom, die erste Frau in dieser Position, scherzte über die Wiedereinführung der Wehrpflicht und schlug vor, im Himmel solle Trumps Ego mit der Gutenberg-Bibel "zurechtgestutzt" werden. Andreas Schmitt, der nach einer gesundheitsbedingten Pause zurückkehrte, beendete die Veranstaltung als "Hoher Altardiener" des Mainzer Doms. Mit Augenzwinkern wünschte er Papst Leo XIV. Erfolg bei der Gleichberechtigung der Geschlechter – und malte sich eine Zukunft aus, in der eine Papstin den Segen Urbi et Orbi* erteilt.

Trotz moderner Akzente blieb die Revue ihren Wurzeln treu. Jürgen Wiesmanns langjährige Darstellung des Ernst Lustig sorgte für Lacher und bewies: Auch wenn sich die Welt verändert, lebt der Mainzer Mobilitätgeist weiter.

Die Mainzer Faschingsrevue 2026 verband Tradition mit mutiger neuer Satire. Groms Führung und der erweiterte globale Fokus wiesen der Veranstaltung eine frische Richtung. Doch mit Wiesmanns Rückkehr und Schmitts zeremoniellem Schluss blieb die Show fest in ihrer 70-jährigen Geschichte verankert.