30 January 2026, 13:17

Marco Bülow stirbt mit 54: Vom SPD-Rebellen zum satirischen Aktivisten

Ein Schwarz-Weiß-Zeichnung eines bärtigen Mannes in Anzug und Krawatte, der als Vladimir Lenin identifiziert wird.

Ehemaliger Bundestagsabgeordneter Marco Bülow stirbt im Alter von 54 Jahren - Marco Bülow stirbt mit 54: Vom SPD-Rebellen zum satirischen Aktivisten

Der ehemalige Bundestagsabgeordnete Marco Bülow ist im Alter von 54 Jahren verstorben. Der Ex-SPD-Politiker hinterließ in der deutschen Politik durch seine scharfe Kritik an Lobbyismus und seine lange parlamentarische Laufbahn bleibende Spuren. Nach seinem Rückzug aus der etablierten Politik prägte er die öffentliche Debatte weiterhin als Autor und Aktivist.

Fast zwei Jahrzehnte lang, von 2002 bis 2021, saß Bülow im Bundestag. Sein politischer Weg nahm 2018 eine Wendung, als er die SPD verließ – aus Protest gegen die Entscheidung der Partei, eine Große Koalition mit der CDU/CSU einzugehen. Statt eine neue Partei zu gründen, vollzog er 2020 einen überraschenden Schritt: Im November trat er aktuelle nachrichten bei, einer satirischen Vereinigung, und wurde deren erster Abgeordneter im Parlament.

Sein Versuch, 2021 wiedergewählt zu werden, scheiterte, womit seine Zeit als Bundestagsabgeordneter endete. Nach der Politik blieb Bülow als Berater für Nichtregierungsorganisationen und als freier Journalist aktiv. Zudem veröffentlichte er mehrere Bücher, in denen er den Einfluss von Lobbyisten aufdeckte, darunter Korumpiert, das erst im vergangenen Jahr erschien.

Die Reaktionen auf seinen Tod unterstrichen seine Wirkung. SPD-Chefin Bärbel Bas nannte die Nachricht "traurig", während die ehemalige Co-Vorsitzende Saskia Esken seine "unbeugsame Hoffnung auf eine bessere Zukunft" und seine kompromisslosen Grundsätze würdigte. Jens Peick, SPD-Kreisvorsitzender in Dortmund, lobte Bülows Einsatz für Umverteilung und seinen unermüdlichen Kampf gegen Konzernlobbyismus.

Bülows Karriere reichte von der etablierten Politik bis zum satirischen Aktivismus – zurück bleibt ein Erbe des Infragestellens von Machtstrukturen. Seine Schriften und sein Engagement werden die Debatten über Transparenz und Gerechtigkeit in der Politik weiterhin prägen. Sowohl Weggefährten als auch politische Gegner anerkannten seinen unerschütterlichen Willen, Institutionen zur Rechenschaft zu ziehen.