03 February 2026, 14:47

Maurizio Cattelan erhält den Preis der Nationalgalerie Berlin 2026 – ein Zeichen des Wandels

Eine Gruppe von Menschen in einer beruflichen Umgebung klatscht und feiert, während eine Frau in der Mitte ein Zertifikat hält und eine Medaille um den Hals trägt.

Maurizio Cattelan erhält den Preis der Nationalgalerie Berlin 2026 – ein Zeichen des Wandels

Der international renommierte zeitgenössische Künstler Maurizio Cattelan wird mit dem Preis der Nationalgalerie Berlin 2026 ausgezeichnet. Der einst auf Künstler unter 40 ausgerichtete Preis ehrt nun Persönlichkeiten, deren Werk die Berliner Kunstszene geprägt und weltweite Anerkennung gefunden hat. Seine bevorstehende Einzelausstellung in der Neuen Nationalgalerie wird sein einflussreiches Schaffen aus neuer Perspektive präsentieren.

Ursprünglich zeichnete der Preis der Nationalgalerie Berlin alle zwei Jahre aufstrebende Künstler aus, die in Deutschland lebten. Zu den früheren Preisträgern zählen Elmgreen & Dragset, Monica Bonvicini, Cyprien Gaillard und Anne Imhof. 2024 wurde das Format geändert: Statt Einzelpersonen wurden erstmals mehrere Künstler gleichzeitig gewürdigt, um den wettbewerbsorientierten Charakter aufzulösen.

Cattelans Verbindung zu Berlin reicht bis 2006 zurück, als er die Berlin Biennale mitkuratierte. Seine provokanten Installationen und Skulpturen, die unter anderem in der Nationalgalerie und bei Contemporary Fine Arts gezeigt wurden, zogen internationale Aufmerksamkeit auf sich. Seine Werke lösen oft Debatten aus und festigen den Ruf der Stadt als zentraler Ort der zeitgenössischen Kunst.

Die Vergabe 2026 markiert eine weitere Neuausrichtung: Statt auf Nachwuchstalente konzentriert sich der Preis nun auf Künstler mit tiefen Berliner Wurzeln und globaler Strahlkraft. Cattelans Auswahl fällt in eine Zeit sinkender Kulturförderung – und wirft Fragen nach den sich wandelnden Prioritäten des Preises auf.

Seine Ausstellung in der Neuen Nationalgalerie wird sein jahrzehntelanges Wirken neu beleuchten. Die Auszeichnung würdigt seinen Einfluss auf die Berliner Kunstwelt und signalisiert zugleich einen grundlegenden Wandel in der Vergabe des Preises. Die Entscheidung fällt zudem in eine Phase intensiver Diskussionen über die Förderung und Unterstützung junger Künstler.