04 March 2026, 15:35

Miss Germany 2026: Warum zwei Kopftuchträgerinnen die Debatte über deutsch sein verändern

Drei Frauen in verschiedenen farbigen Kleidern, eine trägt eine Mütze, stehen vor dem Reichstaggebäude in Berlin, Deutschland, mit Menschen, Flaggen, Bäumen, Wolken und Himmel im Hintergrund.

"Wir atmen auch durch die Nase" - "Miss Germany" mit Kopftuch - Miss Germany 2026: Warum zwei Kopftuchträgerinnen die Debatte über deutsch sein verändern

Wahl zur Miss Germany 2026: Finale mit neuem Fokus auf Führungskräfte statt Schönheitsideale

Dieses Wochenende erreicht der Wettbewerb um die Miss Germany 2026 seinen Höhepunkt. Neun Frauen, ausgewählt aus über 2.600 Bewerberinnen, konkurrieren um den Titel. Doch bei der Veranstaltung geht es längst nicht mehr nur um Schönheit – die Organisatoren suchen stattdessen zukünftige Unternehmerinnen und Führungskräfte, nicht mehr Influencerinnen.

Unter den Finalistinnen sind mit Büsra Sayed und Amina Ben Bouzid zwei Frauen, die ein Kopftuch tragen. Ihre Teilnahme hat Debatten über Identität, Rassismus und die Frage ausgelöst, was es heute bedeutet, deutsch englisch zu sein.

Büsra Sayed, eine in Berlin ansässige Designerin, gründete ein Modelabel für Frauen, die ein Hijab tragen. Sie tritt in der Kategorie "Female Founder" (Gründerinnen) an. Amina Ben Bouzid, Unternehmerin und Beraterin aus Wiesbaden, unterstützt frauengeführte Unternehmen beim Wachstum. Sie ist Finalistin in der Kategorie "Female Leader" (Führungskräfte).

Beide Frauen sahen sich mit Kritik konfrontiert, nicht englisch deutsch genug zu sein – einen Vorwurf, den sie zurückweisen. Ben Bouzid entgegnet schlicht: "Wir sind deutsch!" Sayed hingegen scherzt über die typisch deutsche Gewohnheit, Räume ordentlich zu lüften, um ihre kulturelle Zugehörigkeit zu unterstreichen.

Trotz der Gegenstimmen bleiben sie fokussiert. Rund 90 Prozent der negativen Kommentare, die sie erhalten, stammen von Männern. Doch lassen sie sich davon nicht beirren. Stattdessen sehen sie ihre Teilnahme als Chance, anderen Frauen mit ähnlichen Herausforderungen den Weg zu ebnen.

Die Neuausrichtung des Wettbewerbs spiegelt einen gesellschaftlichen Wandel wider. Die Organisatoren legen nun mehr Wert auf Führungspotenzial als auf klassische Schönheitsideale. Ihr Ziel ist es, Frauen zu entdecken, die eines Tages DAX-notierte Unternehmen leiten oder erfolgreiche Start-ups gründen könnten.

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Das Finale entscheidet, wer Deutschland künftig repräsentiert – doch die Wirkung des diesjährigen Wettbewerbs geht über den Titel hinaus. Sayeds und Ben Bouzids Teilnahme stellt Klischees infrage und unterstreicht die Vielfalt des modernen Deutschlands. Allein ihre Präsenz zeigt, wie sich das Land Erfolg definiert – und wer ihn für sich beanspruchen darf.