26 January 2026, 12:46

Münsters grüner OB startet radikale Verkehrswende mit Tempo-30-Zonen und weniger Parkplätzen

Eine Straßenkreuzung mit Zebrastreifen, fahrende Fahrzeuge, Fußgänger auf dem Gehweg, Gebäude auf beiden Seiten und ein klarer blauer Himmel mit Bäumen und Masten im Hintergrund.

Münsters grüner OB startet radikale Verkehrswende mit Tempo-30-Zonen und weniger Parkplätzen

Münsters neuer grüner Oberbürgermeister hat ein ehrgeiziges Verkehrskonzept vorgestellt, das den Autoverkehr reduzieren und Radfahren, Zu-Fuß-Gehen sowie den öffentlichen Nahverkehr fördern soll. Der im vergangenen Jahr beschlossene Mobilitätsmasterplan 2035 sieht tiefgreifende Änderungen vor – darunter ausgeweitete Tempo-30-Zonen, weniger Parkplätze und strengere Regeln für Lastwagen. Doch die Pläne stoßen bereits auf Widerstand der Opposition.

Kernstück des Vorhabens ist eine Investition von 50 Millionen Euro in den Ausbau, die Modernisierung und den Neubau von Radwegen in der gesamten Stadt. Weitere Mittel fließen in spezielle Busspuren und Mobilitätsdrehscheiben, die den öffentlichen Verkehr beschleunigen und zuverlässiger machen sollen. Radfahrer erhalten auf wichtigen Strecken Vorfahrt, während Autofahrer mit weniger Parkmöglichkeiten und neuen Einschränkungen in den Außenbezirken rechnen müssen – insbesondere für Durchgangsverkehr und Schwerlastfahrzeuge.

Das Bürgermeisteramt betont, dass diese Maßnahmen die Verkehrssicherheit erhöhen und die Mobilität hin zu umweltfreundlicheren Alternativen lenken sollen. Befürworter verweisen auf das langfristige Ziel eines "klimaneutralen und stadtverträglichen" Verkehrsnetzes bis 2035. Die Kritik ließ nicht lange auf sich warten: Die CDU, größte Oppositionspartei in Münster, wirft der grün-rot geführten Koalition vor, einen "Krieg gegen Autofahrer" zu führen. Die Maßnahmen würden Autofahrer ungerechtfertigt benachteiligen, ohne realistische Alternativen zu bieten. Die FDP, ebenfalls in der Opposition, kritisiert den Plan als übermäßig restriktiv und wirtschaftspolitisch kurzsichtig.

Die ersten Änderungen sollen in den kommenden Monaten umgesetzt werden, beginnend mit der Ausweitung der Tempo-30-Zonen und Pilotprojekten für Radwege. Die Stadtverwaltung wird Verkehrsentwicklung und öffentliche Reaktionen evaluieren, bevor das Programm ausgeweitet wird. Bei vollständiger Umsetzung würde der Plan eine der radikalsten städtebaulichen Verkehrswenden Deutschlands der letzten Jahre darstellen.