04 February 2026, 20:36

Neue Leitlinien: PSA-Test soll Prostatakrebs-Früherkennung revolutionieren – doch nur wenige Männer nutzen ihn

Ein Balkendiagramm, das den Prozentsatz der Menschen zeigt, die im Jahr 2020 mit uriangato diagnostiziert wurden, aufgeschlüsselt nach Altersgruppen, mit begleitendem Text, der zusätzliche Daten bereitstellt.

Wann Sie dringend einen Urologen aufsuchen sollten - Neue Leitlinien: PSA-Test soll Prostatakrebs-Früherkennung revolutionieren – doch nur wenige Männer nutzen ihn

Prostatakrebs bleibt die häufigste Krebserkrankung bei Männern und ist gleichzeitig die zweit tödlichste. Dennoch sind die Vorsorgeuntersuchungen in Deutschland weiterhin auf niedrigem Niveau – weniger als jeder fünfte Mann unter 60 lässt regelmäßig Kontrollen durchführen. Neue Leitlinien empfehlen nun den PSA-Bluttest als Hauptmethode der Früherkennung und ersetzen damit die von vielen als unangenehm empfundenen körperlichen Untersuchungen.

Experten raten Männern, ihren ersten PSA-Test mit Mitte 40 durchführen zu lassen. Dadurch wird ein Basiswert ermittelt, der hilft, das individuelle Risiko einzuschätzen. Werte von 1,5 oder darunter erfordern eine Nachuntersuchung nach fünf Jahren, während Ergebnisse zwischen 1,5 und 3 alle zwei Jahre kontrolliert werden sollten. Jeder Wert über 3 oder ein starker Anstieg des PSA-Spiegels kann auf Prostatakrebs hindeuten.

Trotz dieser Empfehlungen lassen sich nur etwa 15–20 % der Männer über 45 jährlich testen. Daten des Robert Koch-Instituts zeigen regionale Unterschiede: In westdeutschen Bundesländern wie Bayern und Baden-Württemberg liegen die Vorsorgequoten bei 25–30 %, während ostdeutsche Regionen wie Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern nur 10–15 % verzeichnen. In den letzten zehn Jahren sind die Testraten stabil geblieben oder sogar leicht gesunken – beeinflusst auch durch die Stellungnahmen der Deutschen Krebsgesellschaft.

Doch Krebs kann sich nicht nur in der Prostata, sondern auch stumm in den Hoden, der Blase oder den Nieren entwickeln. Frühstadien verlaufen oft symptomlos, weshalb regelmäßige urologische Untersuchungen entscheidend sind. Die Deutsche Krebshilfe weist jedoch darauf hin, dass nur 17 % der Männer regelmäßig einen Urologen aufsuchen.

Viele meiden Vorsorgeuntersuchungen aus Unbehagen vor Eingriffen wie der digitalen rektalen Untersuchung. Der Wechsel zum PSA-Test soll diese Hürde abbauen und mehr Männer dazu bewegen, ihre Gesundheit im Blick zu behalten.

Die aktualisierten Leitlinien setzen auf PSA-Tests, um die Früherkennung von Prostatakrebs zu verbessern. Da nur ein kleiner Teil der Männer regelmäßig zur Vorsorge geht, betonen Gesundheitsbehörden die Bedeutung einer Basisuntersuchung im mittleren Lebensalter. Frühzeitiges Handeln bleibt entscheidend, um die Sterblichkeit bei einer Krankheit zu senken, die oft keine Warnsignale zeigt.