26 January 2026, 21:06

Neuer VIK-Plan: Wie Wasserstoff-Midstreamer Deutschlands Energiewende beschleunigen sollen

Drei Autos nebeneinander auf einem Parkplatz geparkt, mit einem Maschendrahtzaun und Gras im Hintergrund, wobei auf einem Auto der Text 'Wasserstoff-getriebenes Fahrzeug' angezeigt wird.

Neuer VIK-Plan: Wie Wasserstoff-Midstreamer Deutschlands Energiewende beschleunigen sollen

Ein neuer Plan zur Beschleunigung des Wasserstoffausbaus in Deutschland wurde vom Verband der Industriellen Energie- und Kraftwirtschaft (VIK) vorgelegt. Kern der Initiative ist die Schaffung sogenannter "Wasserstoff-Midstreamer" – staatlich gestützte Vermittler, die Produzenten und Verbraucher verbinden und gleichzeitig Investitionsrisiken verringern sollen. Ohne solche Maßnahmen könnten die hohen Kosten für erneuerbaren Wasserstoff die Fortschritte in der Industrie weiterhin blockieren.

Das Konzept findet Unterstützung beim Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW), der mögliche Kandidaten für diese Rolle benennt, darunter OGE, Thyssengas, Gascade, Fluxys Deutschland und ONTRAS Gastransport.

Der VIK-Plan verdeutlicht eine zentrale finanzielle Hürde: Erneuerbarer, durch Elektrolyse erzeugter Wasserstoff, der den RFNBO-Standards entspricht, ist deutlich teurer als Erdgas. Steigende Strompreise, hohe Kapitalkosten und strenge Regularien haben die Produktionskosten stark in die Höhe getrieben. Selbst kohlenstoffarmer Wasserstoff bleibt deutlich teurer als gasbasierte Alternativen.

Um dies zu bewältigen, schlägt der VIK ein Contract-for-Difference-Modell (CfD) auf der Nachfrageseite vor. Damit ließe sich die Lücke zwischen Produktionskosten und der Zahlungsbereitschaft der Abnehmer schließen. Im Verkehrssektor gibt es bereits die Treibhausgasminderungsquote (THG-Quote), die die Mehrkosten fast vollständig abfedert – ein vergleichbarer Anreiz fehlt der Industrie jedoch bisher.

Der Vorschlag fordert zudem langfristige Planungssicherheit bei der Finanzierung. Die Subventionierung von einer Million Tonnen Wasserstoff pro Jahr würde Milliarden an staatlicher Förderung erfordern, wobei die Schätzungen im mittleren bis hohen einstelligen Milliardenbereich liegen. Eine zehnjährige Verpflichtung gilt als entscheidend, um Investitionen in Produktion, Infrastruktur und industrielle Transformation zu sichern.

Entscheidend ist, dass die Midstreamer in der frühen Phase technologieneutral agieren. Das bedeutet, dass nicht nur RFNBO-konformer Wasserstoff, sondern auch andere kohlenstoffarme Varianten gefördert werden, um einen reibungsloseren Übergang zu ermöglichen.

Das Wasserstoff-Midstreamer-Modell des VIK zielt darauf ab, finanzielle Risiken zu minimieren und die stockende Wasserstoffexpansion in Deutschland wiederzubeleben. Durch die Verknüpfung von Produzenten und Verbrauchern könnte das System erneuerbaren Wasserstoff für die Industrie wirtschaftlich attraktiver machen. Der Erfolg hängt jedoch von einer dauerhaften Finanzierung und einem flexiblen Umgang mit verschiedenen Wasserstofftechnologien ab.