Neues unabhängiges Hilfsangebot für Betroffene sexualisierter Gewalt in NRW gestartet
Ehrentraud ZirmeKirchen: Unabhängige Unterstützung für Missbrauchsopfer - Neues unabhängiges Hilfsangebot für Betroffene sexualisierter Gewalt in NRW gestartet
Neuer unabhängiger Unterstützungsdienst für Betroffene sexualisierter Gewalt in Nordrhein-Westfalen gestartet
In Nordrhein-Westfalen ist ein neues unabhängiges Beratungsangebot für Überlebende sexualisierter Gewalt an den Start gegangen. Die Initiative, getragen von regionalen evangelischen Landeskirchen, soll eine Alternative für Betroffene bieten, die sich scheuen, sich an kirchliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu wenden. Die Beratung wird künftig über Wildwasser Bielefeld, eine spezialisierte Fachstelle außerhalb kirchlicher Strukturen, angeboten.
Hintergrund des Angebots sind Bedenken, dass Betroffene kirchlichen Institutionen misstrauen könnten. Ulf Schlüter, theologischer Vizepräsident der Evangelischen Kirche von Westfalen, betonte, diese Vorbehalte ernst zu nehmen. Er unterstrich, dass professionelle Hilfe zugänglich sein müsse, ohne dass Betroffene gezwungen seien, sich direkt an kirchliche Vertreter zu wenden.
Wildwasser Bielefeld mit Sitz in der Stutenweg 11 berät seit Langem junge Menschen, die von sexualisierter Gewalt betroffen sind. Nun erweitert die Organisation ihr Angebot speziell für Überlebende innerhalb der Evangelischen Kirchen im Rheinland und in Westfalen. Antje Menn, Vizepräsidentin der rheinischen Kirchenleitung und Beauftragte für das Thema, hat die Initiative öffentlich unterstützt. Ziel ist es, einen neutralen, sicheren Raum zu schaffen, in dem Betroffene Hilfe finden – ohne institutionelle Hürden. Kirchenvertreter räumen ein, dass frühere Versäumnisse manche davon abgehalten haben könnten, sich zu melden. Der externe Dienst beseitigt diese Barriere, indem er Unterstützung vollständig unabhängig von kirchlichem Personal anbietet.
Betroffene in der Region können nun professionelle Beratung bei Wildwasser Bielefeld statt über kirchliche Kanäle in Anspruch nehmen. Der Schritt spiegelt das Bemühen wider, Vertrauen zurückzugewinnen und sicherzustellen, dass Hilfe diejenigen erreicht, die sie am dringendsten benötigen. Das Angebot steht ab sofort zur Verfügung; Details werden über die örtlichen kirchlichen Kommunikationswege bekannt gegeben.