Nitratbelastung in Mönchengladbach: Wie Äcker das Grundwasser vergiften
Ladislaus DowergNitratbelastung in Mönchengladbach: Wie Äcker das Grundwasser vergiften
Hohe Nitratwerte in Privatbrunnen von Mönchengladbach lösen Sorge um Grundwassersicherheit aus
Aktuelle Tests zeigen alarmierende Nitratbelastungen in privaten Brunnen in mehreren Stadtteilen von Mönchengladbach. Besonders betroffen sind Hehn (162 mg/l), Merreter (146 mg/l) und Varbrook (128 mg/l) – hier wurden die höchsten Werte gemessen. Doch selbst in weniger belasteten Gebieten wie Winkeln (78 mg/l) und Bettrath-Hoven (76 mg/l) liegen die Konzentrationen über dem gesetzlichen Grenzwert von 50 Milligramm pro Liter. Bei jeder sechsten Probe wurde der zulässige Wert überschritten.
Das Problem könnte mit der intensiven Landwirtschaft der Region zusammenhängen: 77 Prozent der landwirtschaftlichen Flächen werden als Ackerland genutzt, meist ohne Baumbestand. Diese fehlende Vegetation begünstigt das Auswaschen von Nitrat ins Grundwasser. Experten schlagen vor, durch Agroforstwirtschaft – also die Kombination von Ackerbau mit Baumreihen – die Nitratbelastung zu verringern, ohne die Erträge zu gefährden.
Ein Bündnis aus Agrarberatern fordert nun, Agroforstsysteme flächendeckend in Deutschland einzuführen. Die Methode schützt nicht nur das Grundwasser, sondern fördert auch die Artenvielfalt und trägt zum Klimaschutz bei. Die Organisation VSR-Gewässerschutz hat die Bundesregierung aufgefordert, solche Projekte zu unterstützen – im Einklang mit den Vorgaben der EU-Nitratrichtlinie.
Angesichts der anhaltenden Nitratüberschreitungen in privaten Wasserversorgungen gewinnt die Agroforstwirtschaft als Lösung an Bedeutung. Sollte sie umgesetzt werden, könnten baumbestandene Felder die Schadstoffbelastung senken, ohne die Produktivität der Höfe zu beeinträchtigen. Nun müssen die Behörden entscheiden, ob sie die Praxis als Teil einer nachhaltigeren Landwirtschaft fördern wollen.






