14 March 2026, 06:42

NRW-Apotheken in der Krise: 97 Schließungen 2025 – und kein Ende in Sicht

Eine Apotheke namens "Die Generics Apotheke" umgeben von Gebäuden, Strommasten, Kabeln, Werbetafeln, Topfpflanzen, Kraftfahrzeugen auf der Straße, unter einem klaren blauen Himmel.

NRW-Apotheken in der Krise: 97 Schließungen 2025 – und kein Ende in Sicht

Apotheker Dr. Gregor Lohmann traf sich diese Woche mit dem CDU-Landesabgeordneten Fabian Schrumpf, um über die eskalierende Krise im Apothekensektor Nordrhein-Westfalens zu sprechen. Bei dem Gespräch standen die zunehmenden Schließungen, der wirtschaftliche Druck und die Auswirkungen auf die Patientenversorgung im Mittelpunkt.

Besonders besorgniserregend ist der drastische Rückgang der Apotheken vor Ort. Allein 2025 schlossen 97 Standorte, während nur 12 neu eröffneten – eine Entwicklung, die sich bereits seit Jahren abzeichnet. Seit 2010 ist die Gesamtzahl von 4.673 auf 3.510 gesunken, was einem Verlust von etwa einem Viertel entspricht.

Lohmann betonte, dass verschreibungspflichtige Medikamente nach wie vor das Kerngeschäft seiner Apotheke bilden. Er forderte eine angemessene Vergütung und finanzielle Stabilität, um den Betrieb aufrechtzuerhalten. Kritisch angesprochen wurde auch der Wettbewerb durch Versandapotheken, die trotz einer festen Abgabegebühr von 8,35 Euro Rabatte von bis zu 10 Euro gewähren können.

Ein weiteres zentrales Thema waren faire Löhne für das Personal. Lohmann argumentierte, dass bessere Bezahlung helfen würde, Fachkräfte zu halten und die Servicequalität zu sichern. Schrumpf, der als Landespolitiker nur begrenzten Spielraum hat, versprach, die Anliegen auf Bundesebene vorzubringen. Zudem unterstützte er geplante Proteste und erkannte die Notwendigkeit einer fairen Vergütung an.

Lohmann warnte, dass die Schließungswelle mittlerweile nicht mehr nur ländliche Regionen betrifft, sondern auch in Städten und Gemeinden den Zugang zu essenziellen Dienstleistungen gefährdet. Zudem wurde die Notfallversorgung thematisiert – beide Seiten räumten ein, dass die verbleibenden Apotheken stark belastet sind.

Das Gespräch endete mit einem gemeinsamen Gefühl der Dringlichkeit. Schrumpf sicherte zu, die Probleme mit Kollegen auf Bundesebene zu erörtern, während Lohmann noch einmal auf die Notwendigkeit sofortiger Maßnahmen hinwies. Ohne Kurskorrektur werde der Niedergang der Apotheken – und damit ihrer Leistungen – voraussichtlich weitergehen.

Quelle