NRW erhält 10 Milliarden Euro – doch die Bildungskrise bleibt ungelöst
Ladislaus DowergNRW erhält 10 Milliarden Euro – doch die Bildungskrise bleibt ungelöst
Nordrhein-Westfalen (NRW) soll aus einem Bundesinfrastrukturfonds 10 Milliarden Euro erhalten – die Hälfte davon ist für den Bildungsbereich vorgesehen. Das Geld fließt in Schulen, Kitas und Ganztagsangebote im gesamten Land. Kritiker monieren jedoch, dass die Mittel nicht ausreichen, um die zentralen Herausforderungen in der frühen Kindheitsbildung zu bewältigen.
Dennis Maelzer, familienpolitischer Sprecher der SPD, äußerte in einem Interview mit dem WDR und einer Pressekonferenz am 22. Oktober 2025 scharfe Kritik. Die bereitgestellten Mittel bezeichnete er als unzureichend und warnte vor einem wachsenden "Zwei-Klassen-System" in der Kinderbetreuung, bei dem die Qualität stark von den kommunalen Investitionen abhängt.
Besonders kritisierte Maelzer das im Rahmen der Kibiz-Reform eingeführte "Kernzeitenmodell". Dieses erlaubt es nicht pädagogisch qualifiziertem Personal, Kinder außerhalb der regulären Betreuungszeiten zu beaufsichtigen – was Fragen nach den Standards aufwirft. Zudem verwies er darauf, dass die Fördersätze für die praxisintegrierte Ausbildung von Erzieherinnen und Erziehern seit fünf Jahren unverändert geblieben seien.
Als Lösung schlug Maelzer vor, die Landeszuschüsse für verlängerte Betreuungszeiten umzuwidmen. Stattdessen sollten diese Gelder in die Ausbildungsförderung fließen. Die Debatte wird am selben Tag im WDR-5-Landesmagazin Westblick fortgesetzt, das um 17:04 Uhr ausgestrahlt wird.
Zuvor hatte NRW im Programm "Gute Schule 2020" jährlich 500 Millionen Euro für Schulsanierungen bereitgestellt. Die neuen Bundesmittel erweitern diese Investitionen nun, doch Kritiker wie Maelzer fordern gezieltere Maßnahmen.
Die für die Bildung in NRW vorgesehenen 5 Milliarden Euro kommen Schulen, Kitas und Ganztagsangeboten zugute. Dennoch bleiben Maelzers Warnungen vor ungelösten Problemen bei der Personalqualität und Ausbildungsförderung bestehen. Die Diskussion darüber, wie die Mittel sinnvoll verteilt werden können, wird weitergehen.






