02 February 2026, 20:44

NRW-Gesundheitsminister Laumann diskutiert Zukunft der Apotheken mit Noweda in Essen

Eine Apotheke mit einem vor dem Gebäude geparkten Auto und einem Gebäude in der linken Ecke.

NRW-Gesundheitsminister Laumann diskutiert Zukunft der Apotheken mit Noweda in Essen

Nordrhein-Westfalens Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann zu Besuch bei Noweda in Essen

Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (NRW) hat kürzlich die Zentrale des Pharma-Großhändlers Noweda in Essen besucht. Im Mittelpunkt des Treffens standen die Herausforderungen, vor denen Apotheken und der pharmazeutische Großhandel stehen. Zudem wurde über geplante Änderungen am Apothekenbetriebs- und -versorgungsgesetz (ApoVWG) diskutiert.

Während des Besuchs besichtigte Laumann eines der größten Arzneimittellager Europas, das an den Noweda-Hauptsitz in Essen angebunden ist. Von hier aus werden täglich rund 1.000 Apotheken mit lebenswichtigen Medikamenten beliefert. Dr. Michael Kuck, Vorstandsvorsitzender von Noweda, und Udo Harneit, Vertriebsleiter, informierten den Minister über die logistischen und finanziellen Belastungen der Branche.

Laumann lehnte das Modell einer "abgespeckten Apotheke" ab und betonte die unverzichtbare Rolle vollwertig besetzter Apotheken. Auch die Idee einer "Apotheke ohne Apotheker" stieß bei ihm auf Ablehnung – eine Position, die Noweda ausdrücklich unterstützt. Das Unternehmen begrüßte zudem die jüngste Kritik mehrerer Bundesländer an diesem Vorhaben im Bundesrat.

Kuck übt scharfe Kritik am Entwurf des ApoVWG: Die vorgesehenen Gebührenanpassungen gingen an den finanziellen Problemen der Apotheken vorbei. Beide Seiten waren sich einig, dass die laufenden Verhandlungen mit dem GKV-Spitzenverband keine ausreichenden finanziellen Zusagen enthalten. Laumann schlug vor, das selbst verhandelte Versorgungspauschale als zusätzliche Leistung im Fünften Buch Sozialgesetzbuch (SGB V) zu verankern.

Thema waren auch die erweiterten Dienstleistungen von Apotheken, etwa Impfungen, Diagnostik und die Versorgung mit Hilfsmitteln. Dennoch blieben Bedenken hinsichtlich der Apothekenfixum-Regelung und ihrer Auswirkungen auf die wirtschaftliche Nachhaltigkeit bestehen.

Das Treffen unterstrich den Bedarf nach klareren finanziellen Rahmenbedingungen in der Apothekenförderung. Laumann und die Noweda-Führung betonten die Bedeutung des Erhalts traditioneller Apothekendienstleistungen. Die Ergebnisse könnten künftige Verhandlungen und gesetzliche Anpassungen in der Branche prägen.