NRW jagt Kindergeldbetrüger mit neuem System – und holt Zehntausende Euro zurück
Ladislaus DowergNRW jagt Kindergeldbetrüger mit neuem System – und holt Zehntausende Euro zurück
Nordrhein-Westfalen geht mit neuer Initiative gegen Kindergeldbetrug vor
Das MISSIMO-Projekt, das in Düren gestartet wurde, setzt auf besseren Datenaustausch und strengere Kontrollen, um Familien zu überführen, die zu Unrecht Kindergeld beziehen. Bisher haben sich seit Anfang 2026 bereits 142 Kommunen der Initiative angeschlossen.
Düren war eine der ersten Städte, die den MISSIMO-Ansatz testete. Das Projekt vernetzt das Familienkassenamt, die Polizei, Jobcenter und lokale Behörden, um verdächtige Fälle aufzudecken. Alarmzeichen sind etwa Kinder, die über längere Zeit nicht in der Schule erscheinen, ausbleibende Vorsorgeuntersuchungen oder fehlende Nachweise, dass sie tatsächlich an der gemeldeten Adresse leben.
In der ersten Phase ermittelten die Behörden 13 Familien, bei denen 32 Kinder nicht dort lebten, wo sie gemeldet waren. Alle diese Fälle werden nun auf Steuerhinterziehung überprüft. Die Überprüfungen führten bereits zu einer Rückforderungsanforderung in Höhe von 16.000 Euro und stoppten weitere Auszahlungen im Wert von über 100.000 Euro.
Im Fokus stehen vor allem Familien, die weiterhin volle Leistungen erhalten, obwohl ihre Kinder sich länger als sechs Monate im Ausland aufhalten. Die Behörden betonen, dass das Projekt Betrüger bestrafen und gleichzeitig ehrliche Steuerzahler entlasten soll, die das System finanzieren.
Das MISSIMO-Projekt hat bereits tausende Euro an falsch gezahlten Leistungen zurückgeholt und weitere Verluste verhindert. Mit mittlerweile 142 beteiligten Kommunen wird das System in ganz Nordrhein-Westfalen ausgebaut. Beamte sind überzeugt: Durch die engere Zusammenarbeit der Behörden wird es für Betrüger immer schwieriger, unentdeckt zu bleiben.