27 January 2026, 00:33

NRW-Minister Laumann fordert radikale Apothekenreform vor Bundesratsentscheid

Der Eingang zu einer Apotheke mit einem Schild "Apotheke" links, einer Tafel mit Text rechts und beleuchteten Lampen auf dem Dach.

NRW-Minister Laumann fordert radikale Apothekenreform vor Bundesratsentscheid

Nordrhein-Westfalen fordert grundlegende Reform der Apothekenregeln in Deutschland

Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (Nordrhein-Westfalen) übt scharfe Kritik am aktuellen Entwurf des Apothekenversorgungs-Weiterentwicklungsgesetzes und verlangt strengere Kontrollen sowie gerechtere Vergütungsregeln. Seine Vorschläge werden an diesem Freitag im Bundesrat beraten, wo die Länderkammer ihre Position zum Gesetz festlegen will.

Laumann benannte mehrere Schwachstellen des bestehenden Systems. Zwar begrüßte er Fortschritte bei der Schaffung fairer Wettbewerbsbedingungen für Versandapotheken, Bestehen aber auf verschärfte Überwachungsmechanismen, um Missbrauch zu verhindern. Gleichzeitig warnte er vor Lockerungen bei Filialapotheken, da diese seiner Meinung nach den Weg für große Apothekenketten ebnen und den Markt dominieren könnten.

Der Minister betonte, das Prinzip der selbstständigen Apotheker als Eigentümer ihrer Betriebe müsse bewahrt bleiben. Trotz seines Reformdrangs räumte er ein, dass während seiner Amtszeit keine Beschwerden über Apothekenbetriebe bei ihm eingereicht wurden – ein Zeichen dafür, dass das aktuelle System in der Praxis funktioniere.

Ein zentraler Punkt seiner Forderungen ist die Abschaffung der starren Gebühren für Apotheker. Laumann schlägt vor, die Vergütung flexibler zu gestalten und an das Fünfte Buch des Sozialgesetzbuchs (SGB V) zu koppeln. Seine Idee einer bundesweit einheitlichen Bezahlstruktur stößt jedoch bisher auf wenig Rückhalt in anderen Bundesländern.

Über finanzielle Reformen hinaus setzt sich Laumann für ein dezentrales Arzneimittelversorgungssystem ein. Dies würde die Resilienz und Sicherheit erhöhen und sicherstellen, dass Patienten auch in Krisenzeiten zuverlässig mit Medikamenten versorgt werden.

Am Freitag stimmt der Bundesrat über seine Haltung zum Apothekenversorgungs-Weiterentwicklungsgesetz ab. Laumanns Pläne zielen auf fairere Bezahlung, strengere Aufsicht und den Erhalt unabhängiger Apotheken ab. Sollten seine Vorschläge durchkommen, könnte dies die Arbeitsweise von Apotheken in ganz Deutschland grundlegend verändern.