22 March 2026, 10:18

NRW verwandelt Braunkohletagebaue in riesige Seenlandschaften – doch Risiken bleiben

Alte Karte des Rheins in Deutschland, die Flüsse, Städte und geografische Merkmale mit Text oben und unten zeigt.

NRW verwandelt Braunkohletagebaue in riesige Seenlandschaften – doch Risiken bleiben

Großprojekt zur Flutung ehemaliger Braunkohletagebaue in Nordrhein-Westfalen hat begonnen

In Nordrhein-Westfalen läuft derzeit ein ambitioniertes Vorhaben an, bei dem drei riesige ehemalige Braunkohletagebaue – Hambach, Garzweiler und Inden – in den kommenden Jahrzehnten in Seenlandschaften verwandelt werden sollen. Obwohl die Bauarbeiten bereits begonnen haben, gibt es weiterhin Bedenken hinsichtlich der Wasserqualität und der langfristigen Kosten.

Den Auftakt der Umgestaltung markierte ein symbolischer Spatenstich in Elsdorf am Rand des Tagebaus Hambach. Eine 45 Kilometer lange Pipeline, bestehend aus 10.000 massiven Rohren mit einem Durchmesser von bis zu 2,2 Metern, soll künftig Rheinwasser zum Gelände leiten. Der Energiekonzern RWE hat zwar bereits die Genehmigungen für die Wasserentnahme und den Pipelinebau erhalten, doch die endgültige Freigabe zur Einleitung von Wasser in den Tagebau Hambach steht noch aus. Eine Entscheidung wird für den Herbst 2026 erwartet; zuständig für die Prüfung ist die Bezirksregierung Arnsberg.

Ab 2030 soll die Flutung beginnen – zunächst in Hambach und Inden, gefolgt von Garzweiler im Jahr 2036. Der Prozess wird voraussichtlich 40 Jahre dauern, wobei auch danach noch über Jahrzehnte Rheinwasser benötigt wird, um den Wasserstand zu halten. RWE-Vorstandsmitglied Lars Kulik bezeichnete die Pipeline als "Symbol für zukünftige Chancen" und versprach neue Seen sowie den Erhalt von Feuchtgebieten.

Lokale Verantwortliche wie Elsdorfs Bürgermeister Andreas Heller sehen in dem Projekt Potenzial: Der künftige "Elsdorfer See" könnte den Tourismus beleben und das Profil der Gemeinde stärken. Umweltverbände wie der BUND und die Initiative Alle Dörfer bleiben bleiben jedoch skeptisch. Sie warnen vor Risiken für die Wasserqualität und langfristigen Problemen mit dem Grundwasserspiegel.

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Kritiker wie Andreas Büttgen befürchten, RWE könnte sich aus dem Projekt zurückziehen – mit der Folge, dass die Region jahrelang mit erheblichen finanziellen Lasten belastet bleibt. Der Erfolg des Vorhabens hängt davon ab, ob es gelingt, das industrielle Erbe mit ökologischer und wirtschaftlicher Nachhaltigkeit in Einklang zu bringen.

Ziel des Projekts ist die Schaffung neuer Räume für Natur, Freizeit und Tourismus. Doch seine langfristige Tragfähigkeit steht und fällt mit der Lösung noch ausstehender Genehmigungsfragen, der Bewältigung wasserwirtschaftlicher Herausforderungen und der Eindämmung finanzieller Risiken. Die erste Flutungsphase soll in sechs Jahren beginnen, doch eine kontinuierliche Überwachung wird noch über Jahrzehnte notwendig sein.

Quelle