NRW-Wälder zeigen erste Erholung – doch die Krise bleibt tief verwurzelt
Eva-Maria TrübNRW-Wälder zeigen erste Erholung – doch die Krise bleibt tief verwurzelt
Wälder in Nordrhein-Westfalen zeigen leichte Erholungszeichen – doch die Lage bleibt prekär
Landwirtschaftsministerin Silke Gorißen zufolge erholen sich die Wälder in Nordrhein-Westfalen langsam. Sie rief die Bevölkerung auf, zum Schutz und Erhalt dieser lebenswichtigen Gebiete beizutragen. Kritiker hingegen werfen der Politik vor, die dramatische Situation zu verharmlosen.
Die aktuellen Daten zeichnen ein gemischtes Bild: Zwar weisen 29 Prozent der Bäume mittlerweile eine voll intakte, gesunde Krone auf – ein Anstieg um 2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr –, doch bei Eichen sieht es düster aus: Nur 7 Prozent haben noch eine unversehrte Baumkrone. Buchen schneiden etwas besser ab: 24 Prozent sind unbeschädigt, 40 Prozent zeigen nur leichte Schäden. Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) stuft zudem den Südwesten des Landes als eine der am stärksten betroffenen Waldregionen Deutschlands ein.
Doch es gibt Fortschritte beim Wiederaufbau: Seit 2024 ist der Anteil klimaresistenter Jungbäume von 12 auf 27 Prozent der neu gepflanzten Flächen gestiegen. Die Landesregierung treibt die Aufforstung voran – mit Fördergeldern für robuste Arten wie Eiche, Buche und Douglasie, unterstützt durch 50 Millionen Euro im Haushalt 2025. Das im vergangenen Jahr gestartete Programm "KlimaWald NRW" soll bis 2030 auf 10.000 Hektar klimastabile Mischwälder schaffen. Zudem schreiben die neuen Forstrichtlinien vor, dass bei Neupflanzungen mindestens 30 Prozent der Bäume widerstandsfähige Arten sein müssen.
Die Opposition bleibt skeptisch. Die SPD wirft der schwarz-grünen Koalition vor, den Fortschritt durch Kürzungen im Forst- und Holzwirtschaftsetat um 4,3 Millionen Euro ab 2026 zu untergraben. Kritiker monieren außerdem, Ministerin Gorißen spiele die Krise herunter und male ein zu optimistisches Bild – trotz anhaltender Herausforderungen.
Zwar haben die Aufforstungsbemühungen die Zahl junger Bäume erhöht, und die Kronenverfassung zeigt leichte Verbesserungen. Doch mit den weiterhin stark geschädigten Eichenbeständen und den anhaltenden Streitigkeiten über die Finanzierung bleibt die langfristige Erholung der nordrhein-westfälischen Wälder ungewiss. Während die Regierung Fortschritte betont, warnen Kritiker vor einer Verharmlosung der Krise – und fordern konsequentere Lösungen.