22 March 2026, 14:21

Panne auf Regierungsseite verrät geheime Castor-Route für Atomtransport

Ein Mann in einem weißen Anzug trägt einen gelben Behälter mit einem radioaktiven Symbol, umgeben von maskierten Individuen mit Taschen, mit Gebäuden, einem Laternenpfahl, Fahnen und einem bewölkten Himmel im Hintergrund.

Panne auf Regierungsseite verrät geheime Castor-Route für Atomtransport

Ein offensichtlicher Fehler auf einer Regierungswebsite hat für kurze Zeit sensible Details über einen geplanten Transport von Atomabfällen preisgegeben. Durch das Versehen wurde eine Drohnenflugverbotszone entlang von Autobahnen in Nordrhein-Westfalen sichtbar – Routen, die Behörden normalerweise geheim halten. Die Informationen waren fast einen ganzen Tag lang einsehbar, bevor sie entfernt wurden.

Am Mittwochabend zeigte die Digitale Plattform für unbemannte Luftfahrt (Dipul.de) des Bundesverkehrsministeriums eine gesperrte Luftraumzone an. Statt eines allgemeinen kreisförmigen Bereichs wies die Karte jedoch konkrete Autobahnabschnitte aus – Teile der geplanten Route für einen anstehenden Castor-Transport. Die Lieferung, die zwischen dem 20. und 27. März 2026 stattfinden soll, umfasst Brennelemente aus einem stillgelegten Forschungsreaktor in Jülich, die zu einem Zwischenlager nach Ahaus gebracht werden.

Laut Berichten des WDR blieben die Angaben bis Donnerstag online. Später aktualisierte die Plattform ihre Grafiken und PDF-Dokumente, sodass nur noch eine vage kreisförmige Zone angezeigt wurde – die autobahnspezifischen Sperrungen waren verschwunden. Eine Anfrage nach Aufklärung an das Verkehrsministerium blieb unbeantwortet, und die ursprüngliche Veröffentlichung wurde leise gelöscht.

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Castor-Transporte mit Atomabfällen werden in der Regel unter Verschluss gehalten, um Sicherheitsrisiken zu vermeiden. Behörden befürchten, dass solche Lieferungen zu Zielen für Terroranschläge werden oder massive Proteste auslösen könnten. Zwar gibt es keine offizielle Bestätigung für zusätzliche Sicherheitsvorkehrungen, doch haben Aktivistengruppen wiederholt Bedenken hinsichtlich der Sicherheit und möglicher Störungen geäußert.

Die Ursache des Fehlers ist weiterhin unklar. Der Vorfall legte eine Route offen, die Behörden normalerweise der Öffentlichkeit vorenthalten. Ohne eine Erklärung seitens der Verantwortlichen dürften Fragen zur Datensicherheit und zu den Transportprotokollen weiter bestehen.

Quelle