Pink-violettes Licht über Paderborns Stadion sorgt für Diskussionen
Swantje WeinhagePink-violettes Licht über Paderborns Stadion sorgt für Diskussionen
Ungewöhnliches Leuchten über Paderborns Fußballstadion
Seit einigen Wochen erhellt ein greller Schein den Nachthimmel über dem Fußballstadion in Paderborn. Verantwortlich für die ungewöhnliche Beleuchtung ist ein hochmodernes Pflanzenlichtsystem, das den Rasen in Topform halten soll. Zwar dient die Anlage dem Erhalt des Spielfelds, doch sie hat auch Bedenken wegen Lichtverschmutzung in der Region ausgelöst.
Die dicht geschlossenen Dachkonstruktionen des Stadions blockieren im Winter natürliches Licht und Luftzirkulation. Um dies auszugleichen, hat der Verein ein künstliches Beleuchtungssystem installiert, das in einem pink-violetten Farbton strahlt. Sensoren und eine spezielle Software passen das Lichtspektrum präzise an die Bedürfnisse des Rasens an – so wächst er selbst in den kälteren Monaten gleichmäßig weiter.
Ziel ist es, teure Sanierungen des Platzes im Frühjahr zu vermeiden. Allerdings ist der helle Lichtkegel weit über das Stadion hinaus sichtbar, sodass einige Anwohner ihn bereits mit einem Notfall verwechselt haben. Die Volkssternwarte Paderborn kritisierte die "Lichtverschmutzung am Himmel" und veranlasste den Verein zum Handeln.
Künftig wird die Anlage bereits um 22 Uhr abgeschaltet, um Störungen zu minimieren. Der benötigte Strom stammt aus ökologischer Produktion des regionalen Anbieters Westfalenwind, doch ob ähnliche Systeme in anderen deutschen Stadien im Einsatz sind, blieb bisher unbestätigt.
Das Pflanzenlichtsystem bleibt zwar in Betrieb, allerdings mit angepassten Betriebszeiten, um die Lichtemissionen einzudämmen. Der Verein hofft, so die Platzpflege mit den Anliegen der Bevölkerung in Einklang zu bringen. Bis auf Weiteres bleibt das Stadion eines der wenigen in Deutschland, das auf eine solche Technologie zur Rasenerhaltung setzt.