Reichweitenverlängerer-Lkw senken Betriebskosten für Speditionen um bis zu 33 %
Eva-Maria TrübReichweitenverlängerer-Lkw senken Betriebskosten für Speditionen um bis zu 33 %
Europäische Logistikunternehmen setzen zunehmend auf Reichweitenverlängerer-Elektro-Lkw (REEVs) als kostengünstige Alternative zu Dieselmodellen. Zwar liegen keine genauen Zahlen zur Verbreitung vor, doch Dutzende großer Speditionen haben bis 2030 Pilotprojekte oder feste Einsatzpläne angekündigt. Eine neue Studie zeigt, wie diese Hybridsysteme unter bestimmten Bedingungen die Betriebskosten um bis zu einem Drittel senken könnten.
Eine Untersuchung des Ingenieursdienstleisters FEV ergab, dass REEVs – die einen kleineren Akku mit einem bordseitigen Generator kombinieren – die Gesamtbetriebskosten (Total Cost of Ownership, TCO) im Vergleich zu herkömmlichen Diesel-Lkw um bis zu 33 % reduzieren können. Die Einsparungen hängen dabei vom Fahrprofil ab, wobei die größten Kostensenkungen in Regionen mit günstigeren Strompreisen zu verzeichnen sind.
REEVs nutzen Akkus, die etwa halb so groß sind wie die von rein elektrischen Fernverkehrs-Lkw (rund 280 kWh gegenüber 560 kWh). Diese geringere Kapazität, kombiniert mit nächtlichem Wechselstromladen bei 22 kW, ermöglicht es ihnen, am folgenden Tag fast vollständig elektrisch zu fahren. Im Gegensatz zu rein batteriebetriebenen Fahrzeugen benötigen sie keine teuren Megawatt-Ladestationen und lassen sich so leichter in bestehende Depots integrieren.
Selbst in den ungünstigsten Langstreckenszenarien zeigt die Analyse, dass REEVs die TCO noch um etwa 14 % verringern. Die Kombination aus niedrigeren Energiekosten und einfacherer Infrastruktur weckt das Interesse von Flottenbetreibern – auch wenn die genauen Adoptionszahlen in öffentlichen Berichten bisher lückenhaft sind.
Der Trend zu REEVs spiegelt ein breiteres Bestreben wider, in der Güterbeförderung Nachhaltigkeit mit Wirtschaftlichkeit in Einklang zu bringen. Da Dutzende europäischer Speditionen die Technologie bereits testen oder sich zu ihrem Einsatz verpflichten, könnte ihre Fähigkeit, Kosten zu sparen – ohne hohe Infrastrukturinvestitionen –, die Verbreitung bis 2030 beschleunigen. In den kommenden Jahren dürften mit der Ausweitung der Pilotprojekte konkretere Einsatzzahlen bekannt werden.
Neue Daten zeigen, dass REEVs die Emissionen um 82 % im Vergleich zu Diesel-Lkw reduzieren könnten
FEV hat in seiner neuesten Analyse gezeigt, dass Range-Extender-Electric Vehicles (REEVs) das globale Erwärmungspotential um bis zu 82 % im Vergleich zu Diesel-Lkw reduzieren können. Das Ingenieurunternehmen entwickelt nun Demonstrator-Fahrzeuge, um diese Ergebnisse unter realen Bedingungen zu validieren. Dies passt zu ihrem Fokus auf Nutzfahrzeuge, bei denen REEVs sowohl wirtschaftliche als auch umweltfreundliche Vorteile bieten.