16 February 2026, 16:55

Rosenmontagsumzüge 2024: Satire trifft Politik in Köln und Düsseldorf

Eine Person in einem langen, wallenden Kleid und Hut steht in einem hohen Grasfeld unter einem klaren blauen Himmel, umgeben von Text, der "Bohemian Festival" in fetter, weißer Schrift lautet.

So prächtig und politisch war der Karneval schon lange nicht mehr - Rosenmontagsumzüge 2024: Satire trifft Politik in Köln und Düsseldorf

Die Rosenmontagsumzüge haben die Straßen von Köln und Düsseldorf erneut mit Farbe, Satire und Tradition gefüllt. Hunderttausende Zuschauer versammelten sich, um das Höhepunktereignis des rheinischen Karnevals zu erleben, bei dem aufwendig gestaltete Wagen scharfe politische und gesellschaftliche Kommentare lieferten. Beide Städte nahmen wie gewohnt mit mutiger Schärfe und Witz globale wie nationale Themen aufs Korn.

Die Umzüge 2024 zeigten schonungslose Motive. In Köln wurden Ajatollah Chamenei, die AfD und Donald Trump – dargestellt, wie er von Friedrich Merz, Emmanuel Macron und der NATO Küsse auf den Hintern erhält – auf die Schippe genommen. Auch das iranische Mullah-Regime musste Kritik einstecken, während ein Wagen Solidarität mit Jacques Tilly zeigte, dem berühmten Düsseldorfer Wagenbauer, der derzeit in Russland wegen seiner Putin-Karikaturen verfolgt wird. Die Botschaft "Mer all sin Tilly" ("Wir sind alle Tilly") unterstrich die Verbundenheit mit dem bedrängten Künstler.

In Düsseldorf waren die Motive ebenso unerbittlich: Wladimir Putin tauchte als riesige Figur auf, die den Düsseldorfer Karnevalsnarren Hoppeditz ausspuckt und gemeinsam mit Trump Europa verschlingt. Friedrich Merz und Markus Söder wurden als versteinertes Dinosaurier-Duo persifliert, während ein Baby, das einen Wagen mit Rentnern zieht, demografische Sorgen thematisierte. Selbst Jeffrey Epstein erlebte eine makabre Auferstehung.

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Die Wagen sind das Ergebnis monatelanger akribischer Arbeit. Jeder vereint handwerkliche Meisterleistung mit beißendem Spott – eine Tradition, die den rheinischen Karneval prägt. Auch die Rivalität zwischen den beiden Städten war deutlich zu spüren: Während die Kölner "Alaaf!" skandierten, konterten die Düsseldorfer mit "Helau!" – ein Ausdruck ihres stolzen Lokalpatriotismus.

Die Rosenmontagsumzüge bleiben eine einzigartige Mischung aus Feier und Kritik. Jahr für Jahr ziehen sie riesige Menschenmengen an, die gespannt sind, wie globale und nationale Themen mit Humor und Kunst seziert werden. Für viele in der Region ist der Besuch dieser Umzüge weit mehr als Unterhaltung – es ist ein geliebtes jährliches Ritual.