RWE plant Mega-See im Hambacher Loch – doch Umweltproteste wachsen
Swantje WeinhageRWE plant Mega-See im Hambacher Loch – doch Umweltproteste wachsen
Energiekonzern RWE verwandelt das ehemalige Tagebaugebiet Hambach in einen riesigen künstlichen See. Das Vorhaben sieht vor, die Grube ab 2030 mit Wasser zu fluten – doch Kritiker warnen vor Umweltgefahren. Fertiggestellt wird der See nicht nur der tiefste Deutschlands sein, sondern die bisherigen Rekorde um ein Vielfaches übertreffen.
Die künftige Wasserfläche wird sich über 42 Quadratkilometer erstrecken und bis zu 365 Meter tief sein – mehr als 100 Meter tiefer als der Bodensee, der mit 251,4 Metern derzeit als tiefster See Deutschlands gilt. Bis das Becken seine volle Kapazität von 3,6 Milliarden Kubikmetern erreicht, wird es voraussichtlich bis etwa 2080 dauern.
Das Wasser soll über eine 45 Kilometer lange, drei Meter breite Pipeline aus dem Rhein gepumpt werden, und zwar mit einer Fließgeschwindigkeit von bis zu 18.000 Litern pro Sekunde – genug, um ein olympisches Schwimmbecken in nur zwei Minuten zu füllen. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) warnt jedoch, dass das Rheinwasser chemische und pharmazeutische Rückstände enthält. Die Umweltschützer fordern, das Wasser vor dem Einleiten in die Grube zu filtern.
Kritik gibt es auch an RWEs früherem Handeln: Das Unternehmen hatte den Hambacher Forst für den Braunkohleabbau gerodet, was auf massiven Widerstand stieß. Nun stellen sich Umweltaktivisten die Frage, ob ausgerechnet dieser Konzern eine solch groß angelegte ökologische Umgestaltung verantworten sollte.
Das Projekt markiert einen radikalen Wandel für das ehemalige Abbaugebiet – doch sein Gelingen hängt davon ab, ob die Umweltbedenken ausgeräumt werden können. Wird der See wie geplant realisiert, wird er die Landschaft und die Wassersysteme der Region nachhaltig prägen. Die Debatte über die Wasserqualität und die Rolle von RWE dürfte sich bis 2030 weiter zuspitzen.






