RWE startet Europas größten grünen Wasserstoff-Elektrolyseur in Lingen mit Rekordplänen
Swantje WeinhageRWE startet Europas größten grünen Wasserstoff-Elektrolyseur in Lingen mit Rekordplänen
RWE treibt Europas größtes Projekt für grüne Wasserstoff in Lingen voran. Das Unternehmen hat die Inbetriebnahme eines 100-Megawatt-Elektrolyseurs gestartet und plant, dessen Kapazität bis 2027 zu verdreifachen. Unterdessen sehen Analysten starkes Wachstumspotenzial für den Essener Energiekonzern, der sich zunehmend von Gas hin zu erneuerbaren Alternativen orientiert.
Der neue Elektrolyseur in Lingen markiert einen wichtigen Schritt in RWE's Strategie für grünen Wasserstoff. Sobald die Anlage voll betrieben wird, soll sie Industriekunden langfristig mit Wasserstoff versorgen. Ein zentraler Vertrag ist eine 15-jährige Vereinbarung mit der Raffinerie von TotalEnergies in Leuna, die die Nachfrage nach dem produzierten Brennstoff sichert.
RWE's allgemeiner Wandel weg von herkömmlichen Gasgeschäften schreitet weiter voran. Zwar bleibt der deutsche Gasmarkt aufgrund niedriger Lagerbestände angespannt, doch durch den Einstieg in alternative Energien verringert das Unternehmen seine Abhängigkeit von Versorgungsrisiken. Neue LNG-Terminals helfen zudem, akute Engpässe bei der Gasversorgung zu mildern. Das Vertrauen der Anleger in RWE bleibt hoch: Die UBS-Analystin Wanda Serwinowska hat die Gewinnprognosen für 2025 bis 2028 angehoben und mehrere Treiber für Kurssteigerungen im Jahr 2026 identifiziert. Die Bank erhöhte ihr Kursziel auf 55 Euro, bestätigte die Einstufung "Kaufen" und sieht ein Aufwärtspotenzial von über 20 Prozent. Zudem erwarb die Computershare Trustees Limited im Januar 2026 im Rahmen des laufenden Aktienrückkaufprogramms 1.797 Aktien für Tochtergesellschaften von RWE in Großbritannien.
Der Elektrolyseur in Lingen festigt RWE's Position im Bereich grüne Wasserstoffs, wobei bereits Industrieverträge abgeschlossen wurden. Analystenaufwertungen und Aktienrückkäufe spiegeln den Optimismus über die Zukunft des Unternehmens wider. Die Expansion in erneuerbare Energien soll die Abhängigkeit von Gas verringern und gleichzeitig das langfristige Wachstum stärken.