Schalke-Fans wehren sich gegen Tönnies' umstrittene Rückkehr als Ehrenpräsident
Ladislaus DowergSchalke-Fans wehren sich gegen Tönnies' umstrittene Rückkehr als Ehrenpräsident
Schalke-Fans protestieren gegen mögliche Rückkehr von Clemens Tönnies nach Gelsenkirchen
Am Samstag, dem 7. Februar 2026, demonstrierten Schalke-Anhänger gegen die geplante Wiedereinsetzung von Clemens Tönnies als Ehrenpräsident des Vereins in Gelsenkirchen. Der Vorschlag, ihn in diese Position zurückzubringen, hat Fans, Funktionäre und Sponsoren gleichermaßen tief gespalten. Tönnies, der 2020 nach einer Reihe von Skandalen zurücktrat, bleibt eine der umstrittensten Figuren im deutschen Fußball.
Sein Rückzug erfolgte nach Vorwürfen wegen rassistischer Äußerungen, mangelnder Führungskompetenz und finanzieller Probleme, die mit seinem Fleischverarbeitungsunternehmen während der Pandemie zusammenhingen. Sein Abgang fiel mit dem steilen Niedergang des FC Schalke zusammen – sowohl sportlich als auch wirtschaftlich. Die Schulden stiegen von 170 Millionen Euro im Jahr 2020 auf über 300 Millionen Euro bis 2025, während die Mannschaft in die 2. Bundesliga und später sogar in die 3. Liga abstieg. Sponsorenverträge wurden brüchig: Zwar verlängerte Nike 2022 seine Partnerschaft, doch andere Unternehmen wie McDonald's zogen sich zurück.
Bei den Protesten am Samstag zeigten Fans Transparente mit Aufschriften wie "Eine Schande", "Persona non grata" sowie Parolen wie "Keine Ehre für Rassisten" und "Tönnies: Raus aus Schalke, raus aus unserem Leben". Tönnies wies die Demonstranten zurück, stellte die Einflussnahme der Ultra-Szene infrage und beharrte darauf, dass eine mögliche Rückkehr endgültig beschlossen werde.
Die Proteste lösten Gegenreaktionen aus – von ehemaligen Trainern, Ex-Vorstandsmitgliedern und großen Sponsoren. Viele verurteilten die Kundgebungen und warnten vor möglichen rechtlichen Schritten. Die aktuelle Vereinsführung versuchte, die Wogen zu glätten, und rief zu Einheit und sachlicher Diskussion auf. Doch die Kluft zwischen Fans und Verantwortlichen scheint unüberbrückbar.
Der Streit um Tönnies' mögliche Rückkehr hat die tiefen Gräben innerhalb des Vereins offenbart. Nun drohen den Protestierenden rechtliche Konsequenzen vonseiten der Sponsoren und ehemaliger Funktionäre. Unterdessen kämpft der Club weiterhin mit finanziellen und sportlichen Problemen – die Zukunft von Schalke 04 bleibt ungewiss.