05 March 2026, 15:53

Schloss Moyland erhält uneingeschränkten Zugang zur Beuys-Sammlung nach jahrzehntelangem Rechtsstreit

Ein Schwarz-Weiß-Foto eines Museumsraums mit einem großen Wandteppich, gerahmten Kunstwerken, Sockelobjekten und Deckenleuchten, mit dem Text "Museum of Fine Arts, New York City" unten.

Endlich frei: Moyland kann Beuys-Sammlung vollständig nutzen - Schloss Moyland erhält uneingeschränkten Zugang zur Beuys-Sammlung nach jahrzehntelangem Rechtsstreit

Nach Jahrzehnten juristischer Auseinandersetzungen hat das Schloss Moyland endlich uneingeschränkten Zugang zu seiner umfangreichen Joseph-Beuys-Sammlung erhalten. Der langjährige Streit mit dem Nachlass des Künstlers hatte öffentliche Ausstellungen und Präsentationen stark eingeschränkt. Eine neue Vereinbarung ermöglicht es dem Museum nun erstmals seit Jahren, die Werke frei zu zeigen, zu erforschen und zu bewerben.

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Der Konflikt um die Beuys-Sammlung reicht bis in die 1990er-Jahre zurück, als Erbschaftsansprüche und Eigentumsstreitigkeiten den Zugang zu großen Teilen des Materials blockierten. Jahrelang konnte nur eine kleine Auswahl der Werke gezeigt werden, während der Großteil der Sammlung unter Verschluss blieb. Rechtliche und finanzielle Hürden verhinderten, dass das Museum das Archiv – zu dem 6.000 frühe Kunstwerke, 50.000 Aktionsfotografien und 250.000 Archivdokumente gehören – vollumfänglich nutzen konnte.

Die Verhandlungen nahmen eine entscheidende Wende, als sich Ina Brandes, die Kultur- und Wissenschaftsministerin von Nordrhein-Westfalen, als Vermittlerin einschaltete. Ihr Engagement half, die Gräben zwischen dem Museum und den Erben Beuys' zu überbrücken. Die Landesregierung sagte schließlich zu, 3,25 Millionen Euro für umfassende Nutzungsrechte zu zahlen und sicherte so die künftige Zugänglichkeit der Sammlung.

Laut der neuen Regelung darf das Schloss Moyland die Werke nun systematisch katalogisieren, ausstellen und bewerben – ohne jeweils die Zustimmung des Beuys-Nachlasses einholen zu müssen. Zudem wird das Museum im hauseigenen Shop Beuys-Themen-Merchandise anbieten. Zwar verbleiben die Urheberrechte beim Nachlass, doch die Vereinbarung räumt Moyland weitreichende Nutzungsmöglichkeiten ein. Dass eine Lösung gefunden wurde, könnte auch auf Eva Beuys zurückgehen, die 92-jährige Witwe des Künstlers.

Für die Zukunft ist im Herbst 2027 in den Hamburger Deichtorhallen eine große Ausstellung zu Beuys und zeitgenössischer Kunst geplant. Das Schloss Moyland wird als Hauptleihgeber fungieren – ein wichtiger Schritt, um die Sammlung einem breiteren Publikum zugänglich zu machen.

Die Einigung beendet Jahre der Beschränkungen und ermöglicht es dem Museum, die Beuys-Sammlung voll in sein Programm zu integrieren. Besucher können künftig ein breiteres Spektrum der Werke sehen, und Forscher erhalten Zugang zum Archiv ohne vorherige Genehmigung. Zudem ebnet die Vereinbarung den Weg für künftige Kooperationen, darunter die Ausstellung 2027 in Hamburg.