"Scientology-Speedrun"-Trend alarmiert deutsche Behörden nach Stürmen auf Sektenzentren
Eva-Maria Trüb"Scientology-Speedrun"-Trend alarmiert deutsche Behörden nach Stürmen auf Sektenzentren
„Scientology-Speedrun“-Trend erreicht Deutschland: Jugendliche stürmen Zentren der Sekte
Ein viraler TikTok-Trend namens Scientology-Speedrun hat Deutschland erreicht: Junge Menschen dringen im Rahmen einer Internet-Challenge in Gebäude der Scientology-Sekte ein. Bei dem spielerischen Mutprobe geht es darum, wie in einem Videospiel in die Räumlichkeiten einzudringen und Sicherheitskräfte wie Gegner zu behandeln. Nachdem eine Berliner Bloggerin ein ähnliches Event in einer örtlichen Kirche organisiert hatte, sind nun die Behörden eingeschritten.
Der Trend begann in den USA, wo Teilnehmer durch Scientology-Gebäude rasen, jede Etage als „Level“ bezeichnen und Mitarbeiter wie Computerspielfiguren ausweichen. Einige amerikanische Niederlassungen haben daraufhin ihre Sicherheitsvorkehrungen verschärft.
Letzte Woche erreichte die Challenge Deutschland: Betroffen war das Scientology-Zentrum in der Otto-Suhr-Allee in Charlottenburg. Die Berliner Bloggerin, bekannt unter dem Online-Namen @larahertha, rief ihre Follower später dazu auf, einen „Speedrun“ in der Charlottenburger Kirche zu wagen. Als sie selbst dort eintraf, erwartete sie bereits die Polizei.
Scientology, die in Deutschland etwa 3.600 Mitglieder zählt, strebt danach, ihre Lehren zu verbreiten und einen „Clear“ zu erschaffen – einen durch ihre Methoden „vollendeten“ Menschen. Unbefugtes Betreten ihrer Gebäude kann mit Geldstrafen oder sogar bis zu einem Jahr Haft bestraft werden.
Trotz der Risiken diskutieren Nutzer unter @laraherthas Beitrag bereits über das nächste Ziel: den Bundestag.
Die Challenge hat nicht nur eine Reaktion der Polizei ausgelöst, sondern auch Sorgen um die Sicherheit von religiösen und Regierungsgebäuden verstärkt. Da die Teilnehmer rechtliche Konsequenzen ignorieren, könnten die Behörden mit weiteren Vorfällen konfrontiert werden. Die Scientology-Zentren in Deutschland sind inzwischen in erhöhte Alarmbereitschaft versetzt.






