25 March 2026, 10:16

Solingen gedenkt zwei Jahre nach dem tödlichen Brandanschlag mit vier Toten

Schwarze und weiße Gravur einer Gruppe von Menschen, die sich um ein Feuer versammelt haben, einige schauen ängstlich nach oben und andere ehrfürchtig nach unten, mit Text oben und unten auf dem Papier.

Solingen gedenkt zwei Jahre nach dem tödlichen Brandanschlag mit vier Toten

Gedenkveranstaltung zum zweiten Jahrestag des tödlichen Brandanschlags in Solingen

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Rund 100 Menschen werden sich in Solingen versammeln, um an die vier Opfer eines verheerenden Brandanschlags zu erinnern, der sich am 25. März 2024 zum zweiten Mal jährt. Der Angriff hinterließ tiefe Wunden in der Gemeinschaft, während Überlebende weiterhin um Gerechtigkeit ringen.

Der Täter, Daniel S., wurde zu lebenslanger Haft mit anschließender Sicherungsverwahrung verurteilt. Sein Verbrechen richtete sich gegen ein Wohngebäude in der Grünewalder Straße, in dem eine vierköpfige Familie ums Leben kam und mehrere weitere Personen verletzt wurden.

In der Nacht des Anschlags legte Daniel S. vorsätzlich Feuer im Wohnhaus. Die Flammen kosteten İsmail (Kancho) Emilov Zhilov, Kıymet (Katya) Todorova Zhilova und ihre Kinder Elis und Gizem das Leben. Ein junges Paar mit seinem Kleinkind überlebte nur, indem es aus dem Fenster des dritten Stocks sprang – mit schweren Verletzungen.

Die Ermittlungen ergaben später, dass Daniel S. aus dem Motiv handelte, andere zu erniedrigen, um sich selbst zu erhöhen. Zwar vermuten einige Opferanwälte und Angehörige fremdenfeindliche Beweggründe, die Behörden stufen die Tat jedoch nicht als rassistisch oder politisch motiviert ein. Diese Einordnung ist entscheidend für Entschädigungsansprüche.

Zwei Jahre nach dem Anschlag warten Überlebende und Hinterbliebene noch immer auf finanzielle Unterstützung. Die in Bulgarien lebenden Eltern der Verstorbenen müssen einen Schockschaden (psychisches Trauma) nachweisen, um Anspruch auf Hilfe zu haben – ein schwieriger Prozess. Das überlebende Paar hat hingegen einen Antrag nach dem deutschen Opferentschädigungsgesetz gestellt. Doch das Bundesamt für Justiz gewährt nur dann Zahlungen, wenn die Tat aus Staatsfeindlichkeit, Antisemitismus oder Rassismus begangen wurde – was in diesem Fall offiziell nicht bestätigt wurde.

Die Opferberatung Rheinland, eine Organisation zur Unterstützung von Verbrechensopfern, begleitet die Betroffenen weiterhin. Dazu gehören rechtliche Beratung und emotionale Hilfe für Familien, die sich durch die komplexen Folgen des Anschlags kämpfen.

Die Gedenkveranstaltung in Solingen wird der vier Opfer gedenken und gleichzeitig die anhaltenden Kämpfe der Überlebenden ins Licht rücken. Ohne offizielle Anerkennung als Hassverbrechen bleibt die Entschädigung für viele ungewiss. Der Fall zeigt, wie schwer es Opfer haben, auch Jahre nach der Tragödie Gerechtigkeit und Unterstützung zu erhalten.

Quelle