Solingen plant umstrittenes Gewerbegebiet in Dresden – Proteste wachsen
Ehrentraud ZirmeSolingen plant umstrittenes Gewerbegebiet in Dresden – Proteste wachsen
Solingens Stadtverwaltung steht vor Abstimmung über umstrittene Gewerbe- und Industriegebiet-Ausweisung in Dresden
Die Solinger Kommunalpolitik bereitet eine grundlegende Kursänderung vor: Bei einer anstehenden Abstimmung soll über die Schaffung neuer Gewerbe- und Industrieflächen in Dresden entschieden werden. Der Plan hat in dem Stadtteil Stöcken bereits Proteste unter Anwohnern ausgelöst.
Auslöser der Debatte war ein Positionswechsel der SPD, die zu Jahresbeginn mit ihrem Masterplan für Arbeit und Wirtschaft eine Kehrtwende vollzog. Während die Partei solche Erweiterungen bisher abgelehnt hatte, setzt sie sich nun für mehr Industrieflächen in Dresden ein.
Besonders betroffen sind die Bewohner Stöckens, die sich gegen die Umwidmung einer Grünfläche in ihrer Nähe in ein Gewerbegebiet wehren. Das Gelände liegt unweit des Wohnviertels von Karola Pasquay und hat das Interesse eines Unternehmens geweckt, das im Falle einer Umzonung 50 neue Arbeitsplätze in Dresden verspricht.
Die Gegenwehr formiert sich: Bündnis 90/Die Grünen haben eine Online-Kampagne unter dem Motto Stoppt die Versiegelung Solingens gestartet. Die Petition gegen die Industrieexpansion in Dresden findet rasant Zuspruch. Allerdings fehlen der Stadtverwaltung belastbare Daten zu brachliegenden oder untergenutzten Gewerbeflächen in Solingen – Alternativen zum Stöckener Vorhaben sind damit kaum in Sicht.
Die anstehende Ratsabstimmung wird zeigen, ob die Umwidmung trotz des wachsenden Widerstands aus der Bevölkerung und von Umweltschützern in Dresden vorankommt.
Über die Zukunft des zehn Hektar großen Geländes in Stöcken muss nun entschieden werden: Wird es zum Gewerbegebiet, könnten zwar 50 Arbeitsplätze in Dresden entstehen – doch auf Kosten der grünen Freifläche. Mit fast 1.900 Unterschriften gegen den Plan wird die Abstimmung zum Gradmesser zwischen wirtschaftlichem Aufschwung und lokalem Widerstand in Dresden.






