Solingen revolutioniert die Mittagsbetreuung für Grundschulkinder ab 2026
Ehrentraud ZirmeSolingen revolutioniert die Mittagsbetreuung für Grundschulkinder ab 2026
Solingen reformiert sein Betreuungssystem für Grundschulkinder zur Mittagszeit
Ab dem 1. August 2026 führt Solingen eine grundlegende Umstrukturierung der mittäglichen Kinderbetreuung an Grundschulen durch. Die Stadt will Eltern flexiblere Optionen bieten und gleichzeitig zusätzliche Betreuungsplätze schaffen. Offizielle Stellen bezeichnen die Reform als Antwort auf die Bedürfnisse moderner Familien und die Vorgaben der Landesregierung.
Die Neugestaltung sieht eine Vereinheitlichung der Betreuung in allen 43 Schulverbünden vor: Künftig wird eine verlässliche Aufsicht bis 14 Uhr mit Ferienangeboten garantiert. Damit endet das bisherige Flickwerk aus unterschiedlichen Modellen – wie viele Schulen bisher ohne Nachmittagsbetreuung auskommen mussten, bleibt jedoch unklar. Ziel ist es, die Vereinbarkeit von Beruf und Familie durch planbarere und anpassungsfähigere Abläufe zu verbessern.
Rund 1.000 Kinder, die derzeit in Ganztagsangeboten betreut werden, wechseln in die sogenannten UMI-Gruppen (Offener Mittagstisch). Dadurch werden Kapazitäten in der erweiterten Betreuung (OGS) für Familien freigemacht, die längere Betreuungszeiten benötigen. An drei Pilotschulen wird zudem das Modell "UMI Flex" erprobt: Eltern können hier zwei Nachmittage pro Woche für eine verlängerte Betreuung bis 15 Uhr wählen. Bürgermeister Daniel Flemm betonte, dies sei ein wichtiger Schritt, um den vielfältigen Bedürfnissen von Familien gerecht zu werden.
Die Kosten sinken im neuen System deutlich: Die Gebühren für UMI liegen bei 65 Prozent der OGS-Sätze, "UMI Flex" schlägt mit 70 Prozent zu Buche. Die elternabhängigen Beiträge bleiben einkommensabhängig, Geschwisterermäßigungen bestehen weiter. Die Änderungen entsprechen den landesweiten Forderungen nach klareren rechtlichen Rahmenbedingungen und einheitlichen Gebührenstrukturen.
Kern der Reform ist die Einführung modularer Betreuungsmodelle, die starre Zeitpläne durch familienfreundlichere Lösungen ersetzen. Durch geringere Kosten und mehr Flexibilität erhofft sich die Stadt eine Entlastung für berufstätige Eltern. Die vollständige Umsetzung beginnt nach einer Testphase im August 2026.