Solinger Kirchenkreis plant radikale Umbrüche bis 2035 wegen Geldmangels und Klimazielen
Eva-Maria TrübSolinger Kirchenkreis plant radikale Umbrüche bis 2035 wegen Geldmangels und Klimazielen
Der Evangelische Kirchenkreis Solingen hat vorläufige Pläne für seine Gebäude vorgestellt – vor dem Hintergrund sinkender Mitgliederzahlen und schrumpfender Finanzmittel. Eine von Hartmut Hoferichter geleitete Arbeitsgruppe erarbeitete eine Strategie, um die Zukunft der Kirchen und Gemeindezentren zu sichern. Die Vorschläge werden im Vorfeld einer außerordentlichen Synode 2026 eingebracht; die endgültigen Beschlüsse sollen bis Ende 2027 fallen.
Der Kirchenkreis sieht sich mit einem drastischen Rückgang der finanziellen Mittel konfrontiert: Bis Mitte der 2030er-Jahre wird nur noch die Hälfte des aktuellen Haushalts erwartet. Dies zwingt zu einer Überprüfung aller Immobilien, die in drei Kategorien eingeteilt werden: langfristig zu erhaltende Standorte, Objekte mit weiterem Prüfbedarf und solche ohne künftige kirchliche Nutzung. Fünf Einrichtungen – die Evangelische Kirche Merscheid, die Evangelische Kirche Widdert, die Evangelische Kirche Ketzberg, das Gemeindezentrum Zwinglistraße und die Lutherkirche – fallen in die letzte Kategorie.
Neun Standorte sollen hingegen weiter aktiv genutzt werden, darunter die Protestantische Stadtkirche Ohligs, die Walder Kirche und die Evangelische Kirche Gräfrath. Ungewiss bleibt die Zukunft der Stadtkirche Mitte, die aufgrund ihrer zentralen Lage, guten Erreichbarkeit und vielfältigen Funktionen eine besondere Rolle spielt. Superintendentin Ilka Werner betonte die Notwendigkeit eines transparenten Prozesses und dankte der Arbeitsgruppe für ihr Engagement.
Zudem strebt die Kirche an, alle Gebäude bis 2035 klimaneutral zu gestalten – was umfangreiche Sanierungsinvestitionen erfordert. Die endgültigen Entscheidungen über Schließungen und Umnutzungen werden auf einer Synode am 14. März 2026 beraten; die Beschlüsse sollen bis Ende 2027 gefasst werden. Bisher wurden noch keine Kirchen oder Zentren geschlossen, da sich die Pläne auf Veränderungen nach 2035 konzentrieren.
Die Vorschläge markieren einen tiefgreifenden Wandel für den Solinger Kirchenkreis, der finanzielle Zwänge mit ökologischen Zielen in Einklang bringen muss. Bei einer Umsetzung werden die Veränderungen in den kommenden zehn Jahren die Gottesdienststätten und Gemeindeaktivitäten prägen. Die letzten Weichenstellungen obliegen der Synode in den Jahren 2026 und 2027.