Sozialkarte statt Bargeld: NRW testet neues System für Asylbewerber
Ladislaus DowergSozialkarte statt Bargeld: NRW testet neues System für Asylbewerber
Neues Zahlungssystem für Asylsuchende: Sozialkarte statt Bargeld in Teilen von Nordrhein-Westfalen
In einigen Regionen Nordrhein-Westfalens wird ein neues Zahlungssystem für Asylbewerber eingeführt. Statt Bargeld erhalten sie künftig eine vorbelastete "Sozialkarte", auf die ihre monatlichen Leistungen geladen werden. Im Kreis Coesfeld läuft das System bereits, in Ascheberg soll es spätestens bis März 2026 eingeführt werden.
Die "Sozialkarte" funktioniert wie eine herkömmliche Visa-Debitkarte und kann überall dort eingesetzt werden, wo Visa akzeptiert wird. Allerdings können die Behörden ihre Nutzung einschränken – etwa durch die Sperrung von Auslandsüberweisungen oder eine Begrenzung von Bargeldabhebungen auf maximal 50 Euro pro Monat.
Der Kreis Coesfeld geht mit gutem Beispiel voran: Hier ist das System bereits aktiv. In den umliegenden Kommunen wie Lüdinghausen, Olfen, Dülmen und Nordkirchen soll es bald übernommen werden. Ascheberg hat trotz lokaler Widerstände den Stichtag 1. März 2026 bestätigt. Doch nicht alle Regionen ziehen mit: Münster lehnt das Modell komplett ab, und nur jede dritte Kommune in Nordrhein-Westfalen plant die Einführung. Damit bleibt die Umsetzung uneinheitlich, da die Städte und Kreise unterschiedliche Positionen vertreten.
Befürworter argumentieren, die Karte vereinfache die Auszahlung von Leistungen und reduziere den bürokratischen Aufwand. Durch die direkte Gutschrift auf der Karte sollen Verwaltungskosten gesenkt und die Ausgaben besser nachvollziehbar werden.
In den teilnehmenden Gebieten ersetzt die "Sozialkarte" die bisherige Barauszahlung für Asylsuchende. Betroffene erhalten ihre monatlichen Leistungen dann auf einer eingeschränkten Prepaid-Karte. Die Einführung verläuft jedoch uneinheitlich: Während einige Kreise das System übernehmen, verzichten andere vollständig darauf.