Spielzeugbranche kämpft mit Trumps Zöllen – wer zieht die Produktion um?
Ladislaus DowergSpielzeugbranche kämpft mit Trumps Zöllen – wer zieht die Produktion um?
Weltweiter Spielzeugmarkt im Umbruch: Handelspolitik verändert Produktion und Preise
Die globale Spielzeugbranche steht vor tiefgreifenden Veränderungen, da Handelsabkommen Produktion und Preise neu prägen. Europäische Hersteller, die ohnehin schon auf dem hart umkämpften US-Markt kämpfen, sehen sich nun mit steigenden Kosten und Zöllen konfrontiert. Das deutsche Unternehmen Tonies, bekannt für seine Audio-Spielzeuge, hat seine Strategie angepasst und einen Teil der Fertigung kurz vor Inkrafttreten neuer Zölle im April nach Vietnam verlegt.
Die USA bleiben zwar der größte Spielzeugmarkt der Welt, doch europäischen Herstellern fällt es zunehmend schwer, dort profitabel zu bleiben. Tonies, dessen Umsatz im ersten Halbjahr 2023 um fast ein Drittel stieg, verdankte die Hälfte dieses Wachstums dem US-Geschäft – trotz der durch Zölle gestiegenen Kosten.
Der Großteil der weltweiten Spielzeugproduktion entfällt auf China, wo Fabriken über jahrzehntelange Erfahrung verfügen. Als jedoch im April die von Ex-Präsident Trump angekündigten globalen Zölle in Kraft traten, reagierte Tonies mit der Eröffnung eines neuen Werks in Vietnam. Zudem verlegte das Unternehmen die Produktion seines Toniebox-Audioplayers aus China, um höhere Abgaben zu umgehen. Dennoch stiegen die Preise für einige Figuren aufgrund von Zöllen auf Waren aus China, Bosnien und Tunesien.
Nicht alle Unternehmen konnten sich so flexibel anpassen. Amigo Spiele, ein weiterer deutscher Hersteller, der vor allem für Brettspiele bekannt ist, schloss seine US-Tochtergesellschaft. Steigende Transportkosten und teure Komponenten machten den Betrieb unrentabel. Gleichzeitig legten die US-Spielzeugverkäufe in den ersten neun Monaten des Jahres um sieben Prozent zu – ein Zeichen für die anhaltend starke Nachfrage trotz höherer Einzelhandelspreise.
Der Schritt von Tonies nach Vietnam zeigt, wie Spielzeughersteller auf Handelsdruck reagieren: Manche erhöhen die Preise oder ziehen sich aus Märkten zurück, andere verlagern die Produktion, um Kosten zu sparen. Der US-Markt wächst zwar weiter, doch die Hersteller müssen Zölle und Lieferkettenprobleme meistern, um wettbewerbsfähig zu bleiben.






