Staatsanwaltschaft rechtfertigt Tötung des Angriffs-Welses im Brombachsee
Swantje WeinhageTierwelt 2025 - Vom Karpfenalarm bis zum verschluckten Ehering - Staatsanwaltschaft rechtfertigt Tötung des Angriffs-Welses im Brombachsee
Riesiger Wels in Nürnberger See getötet – Staatsanwaltschaft bestätigt Rechtmäßigkeit
Ein riesiger Wels, der im vergangenen Sommer Badende in einem Nürnberger See angegriffen hatte, wurde rechtmäßig getötet, wie die Staatsanwaltschaft im November bestätigte. Die Entscheidung folgte einer Untersuchung des Vorfalls, bei dem mehrere Menschen verletzt worden waren und der öffentliche Empörung in der Region ausgelöst hatte.
Unabhängig davon sah sich der Nürnberger Tiergarten mit Kritik konfrontiert, nachdem er gesunde Paviane wegen Platzmangels hatte keulen lassen – was zu Hunderten von Strafanzeigen in der Öffentlichkeit führte.
Am 20. Juni hatte ein zwei Meter langer Wels im fränkischen Brombachsee Badende attackiert. Augenzeugen berichteten von mehreren Verletzten, woraufhin die Behörden einschritten. Nach Absprache mit einem Angelsportverein und Wasserrettungskräften gelangten die Beamten zu der Einschätzung, dass der Fisch eine ernsthafte Gefahr für die öffentliche Sicherheit in der Region darstellte.
Experten vermuteten später, es könnte sich um ein schützendes Männchen gehandelt haben, das seinen Nachwuchs verteidigte, da der niedrige Wasserstand die Fischbestände verdichtet hatte. Dennoch wurde das Tier eingeschläfert. Die Maßnahme löste Strafanzeigen und ein Ermittlungsverfahren der Nürnberger Polizei aus, doch die Staatsanwaltschaft bewertete die Tötung letztlich als rechtmäßig. Die Kontroverse erinnerte an einen ähnlichen Fall im Jahr 2022, als der Nürnberger Tiergarten zwölf gesunde Paviane wegen Überbelegung keulen ließ. Die Tierschutzorganisation Pro Wildlife verurteilte das Vorgehen als ungerechtfertigt und stellte die Managementpraktiken des Zoos infrage. Rund 350 Strafanzeigen gingen ein, doch es kam zu keiner Anklage.
Unterdessen sorgten weitere ungewöhnliche Tiervorfälle in Nürnberg und der Region für Schlagzeilen. Im Januar hatte ein Nandu im Tierpark Landshut an Neujahr einen Kinderhandschuh verschluckt. Ein Metzger in Simbach am Inn entdeckte später den verlorenen Ehering des Landwirts Johannes Brandhuber im Magen seiner Kuh Herzal. Auch unerwartete Tierwanderungen machten von sich reden: Vincent, ein Bartgeier aus dem Nationalpark Berchtesgaden, flog 1.600 Kilometer bis an die Nordsee. Und in München sorgte ein Hund namens Urax für Aufsehen, weil sein Besitzer sich weigerte, Rundfunkgebühren zu zahlen – mit der Begründung, der einzige "Arbeitsplatz" des Tieres sei sein Revier.
Der Wels-Vorfall am Brombachsee wurde nach der Bestätigung der Rechtmäßigkeit durch die Staatsanwaltschaft abgeschlossen. Gegen die Beteiligten werden keine weiteren Schritte eingeleitet. Die Tötung der Paviane im Nürnberger Tiergarten bleibt hingegen umstritten, auch wenn die Behörden keine rechtlichen Konsequenzen ziehen.
Andere skurrile Tiergeschichten – von verschlucktem Schmuck bis zu weiten Vogelflügen – sorgen weiterhin für öffentliche Aufmerksamkeit in der Region.