Streit um geplantes Drogenhilfezentrum in Düsseldorfer Schulnähe
Ehrentraud ZirmeStreit um geplantes Drogenhilfezentrum in Düsseldorfer Schulnähe
Ein geplantes Drogenhilfezentrum im Düsseldorfer Stadtteil Oberbilk sorgt für Kontroversen unter Anwohnern und örtlichen Schulen. Die Einrichtung, die in einem ehemaligen Wohngebäude in der Eisenstraße eröffnet werden soll, orientiert sich an einem Modell, das bereits in anderen deutschen Städten umgesetzt wird. Kritiker bemängeln, der Standort liege zu nah an Schulen, während Befürworter betonen, dass er die Sicherheit und gesundheitliche Versorgung verbessern werde.
Das neue Zentrum wird nach dem Zürcher Modell arbeiten, einem heroingestützten Behandlungsprogramm, das seit 2016 in Städten wie Frankfurt erfolgreich läuft. Dort haben ähnliche Einrichtungen die Zahl der Überdosierungstoten verringert und die drogenbedingte Kriminalität gesenkt. Die Düsseldorfer Behörden hoffen, diese Erfolge zu wiederholen, indem sie den Drogenkonsum von öffentlichen Plätzen in eine kontrollierte Umgebung verlagern.
Der ausgewählte Standort, ein ehemaliges Wohngebäude in der Nähe des Hauptbahnhofs, liegt in einem dicht besiedelten Gebiet mit zwei Schulen in der Umgebung. Eltern und Schulvertreter bezeichnen die Lage als "völlig inakzeptabel" und warnen davor, dass Kinder mit Drogenkonsum konfrontiert werden könnten. Anwohner äußerten zudem Bedenken wegen der Gebäudestruktur und wiesen auf dunkle Ecken hin, in denen illegale Aktivitäten unentdeckt bleiben könnten.
Bei einer öffentlichen Versammlung verließen viele Teilnehmer frustriert den Raum und warf der Stadt vor, keine klaren Angaben zu Sicherheitsvorkehrungen gemacht zu haben. Als Reaktion versprachen die Verantwortlichen bauliche Anpassungen, um die Sichtbarkeit zu begrenzen und Störungen zu vermeiden. Vor Ort werden Sicherheitskräfte, Sozialarbeiter und medizinisches Personal eingesetzt, während die Polizei das Umfeld überwacht, um Drogenhandel und öffentlichen Konsum zu unterbinden.
Lokale Drogenhilfeorganisationen verteidigen das Vorhaben und betonen, dass ein zentraler Standort entscheidend für die Wirksamkeit sei. Sie verweisen auf Erfolge in Frankfurt und München, wo solche Zentren offene Drogenszenen reduziert und die Gesundheit der Konsumenten verbessert hätten. Die Stadtverwaltung hebt die Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Diensten hervor, um einen reibungslosen Betrieb der Einrichtung zu gewährleisten.
Trotz anhaltender Proteste soll das Zentrum wie geplant eröffnet werden. Die Behörden werden strenge Sicherheits- und Überwachungsmaßnahmen durchsetzen, um die Bedenken der Anwohner auszuräumen. Bei Erfolg könnte es sich den rund zehn ähnlichen Einrichtungen in Deutschland anschließen, die bereits in Betrieb sind.