Thyssenkrupp trotzt Krisen: Dividende, Rekordaufträge und TKMS-Börsengang im Fokus
Eva-Maria TrübThyssenkrupp trotzt Krisen: Dividende, Rekordaufträge und TKMS-Börsengang im Fokus
Thyssenkrupp bekräftigt Langzeit-Strategie trotz finanzieller Herausforderungen und Aktionärsentscheidungen
Thyssenkrupp hat seine langfristige Restrukturierungsstrategie erneut betont, steht jedoch weiterhin vor finanziellen Belastungen und wichtigen Weichenstellungen durch die Aktionäre. Auf der jüngsten Hauptversammlung billigte das Unternehmen trotz Protesten von Mitarbeitenden und Gewerkschaften eine Dividendenausschüttung. Gleichzeitig zeigt die Aktie des Konzerns eine erstaunliche Widerstandsfähigkeit, und die Tochtergesellschaft TKMS bereitet sich auf einen vielversprechenden Börsengang im Laufe dieses Jahres vor.
Die Hauptversammlung beschloss eine Dividende von 0,15 Euro pro Aktie für das Geschäftsjahr 2024/2025, was einer Gesamtausschüttung von rund 93 Millionen Euro entspricht. Die Entscheidung stieß jedoch auf Kritik: Mehrere hundert Beschäftigte demonstrierten gegen den Beschluss. Die IG Metall warnte, die Ausschüttung schwäche die finanzielle Basis des Unternehmens und sei daher nicht vertretbar.
Im Mittelpunkt der Unternehmensstrategie steht weiterhin der Restrukturierungsplan ACES 2030. Für das Geschäftsjahr 2025/2026 rechnet Thyssenkrupp mit einem Nettoverlust von 400 bis 800 Millionen Euro – vor allem bedingt durch die Umstrukturierungskosten im Stahlbereich. Die Verhandlungen mit Jindal Steel International über einen möglichen Verkauf von Thyssenkrupp Steel Europe dauern derweil an.
Trotz der finanziellen Belastungen verzeichnet der Konzern einen Rekordauftragsbestand von 18,2 Milliarden Euro. Auch die Aktie entwickelte sich positiv und schloss am Freitag bei 11,29 Euro – ein Plus von 21,74 Prozent innerhalb eines Monats. Als weiterer Lichtblick gilt der für den Herbst 2025 geplante Börsengang der U-Boot-Sparte TKMS. Das Interesse an der Notierung ist bereits groß; die Aktien dürften über dem Ausgabepreis gehandelt werden und in den MDAX aufgenommen werden.
Thyssenkrupp Steel Europe reduziert unterdessen seine Produktionskapazität auf 8,7 bis 9 Millionen Tonnen ausgelieferten Stahl. Der nächste Finanzbericht des Konzerns, der Quartalsbericht für das erste Quartal 2025/2026, wird am 12. Februar 2026 veröffentlicht.
Thyssenkrupp bleibt damit zwischen Restrukturierungsmaßnahmen und finanziellen Verpflichtungen gefangen. Die Dividendenzahlung, die aktuelle Marktperformance und der anstehende TKMS-Börsengang zeigen sowohl die Herausforderungen als auch die Chancen, die vor dem Unternehmen liegen. Der nächste Quartalsbericht wird weitere Einblicke in die finanzielle Entwicklung geben.